Samstag, 26. Mai 2012

Vorletztes Lebenszeichen


Ja hoppla, da ging die Zeit aber schnell vorbei.. Ich muss zugeben, sehr regelmäßig habe ich meinen Block nicht geführt, vor allem die letzten Monate nicht mehr. Aber nun möchte ich doch noch einmal einen kleinen Eintrag hinzufügen, denn ich finde diesen Blog kann man wie eine kleine Geschichte lesen und schließlich braucht ja jede Geschichte auch ihr Ende.
Die letzten Monate sind wie im Flug vergangen! Aber so ist das eben, wenn es einem gut geht. Die schönsten Zeiten gehen immer am rasantesten vorbei. Seit der Nordreise ist viel passiert: Der Alltag hat wieder seinen Lauf genommen, der Schulrythmus ist wieder zur Normalität geworden, wobei ich zugeben muss, dass ich Schule hier nicht gerade als meine Hauptbeschäftigung ansehe... 
Ich weiß nicht mehr genau, wann, aber irgendwann habe ich festgestellt, wie wenig Zeit mir nur noch bleibt und dass ich jetzt gar nicht mehr Monate, sondern vielmehr Tage zählen kann bis zu meinem Rückflug am 4. Juli. Meine Gefühle darüber sind sehr gemischt. Einerseits kann ich meine Ankunft zu Hause kaum erwarten, denn nach so langer Zeit fern der Heimat kommt schon ein bisschen Wehmut auf, gerade beim Skypen mit meiner Familie und meinen Freunden, mit denen ich glücklicherweise immer noch in gutem Kontakt stehe! 
Aber auf der anderen Seite, merke ich jetzt schon, wie schwer es mir fallen wird, das alles, was ich mir hier aufgebaut habe, einfach so zurückzulassen. Es ist nun einmal so: Nach einem Jahr habe ich hier ein richtiges kleines Leben: eine Familie, Freunde, Hobbies. Und das alles einfach so stehen lassen? Dezent unvorstellbar im Moment, ich verdränge den Gedanken ehrlich gesagt lieber ein bisschen und spare mir die Tränen für die mehr oder wenige geheime Abschiedsparty, die meine Mädels für mich planen und den Abschied am Flughafen. 
Jetzt heißt es erstmal, die letzten Wochen „a full“, also ausgiebig, zu genießen. Ich versuche jetzt noch so viel wie möglich von dem zu machen, was ich mir vorgenommen hatte: Meine Freunde unter den anderen Austauschschülern zu besuchen und dabei noch ein bisschen mehr von meinem geliebten Argentinien kennenzulernen. Vor 2 Wochen war ich z.B. in La Plata, die Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, um meine deutsche Freundin Jana dort zu besuchen. Es war ein tolles Wochenende und die Stadt hat mir wirklich sehr gut gefallen! Es war herrlich, mal wieder in einer Großstadt zu sein! 
Und jetzt gerade sitze ich im Bus nach Bolivar, denn Layla wird 17 und sie hat mich und ein paar andere Mädels eingeladen, denn es gibt eine feette feette Party!! hihihi
Und es geht weiter mit den Reisen: Am Mittwochabend fahren Sofie, Pierre und ich nach Mar del Plata (die bereits erwähnte Küstenstadt) zu einem Orientation Weekend von Rotary. Ich denke, das wird sehr schön, da sich da alle Austauschschüler noch einmal ein letztes Mal wieder sehen, bevor dann jeder in sein Heimatland zurückkehrt. 

Sonntag, 18. März 2012

Nordreise und Familienwechsel weee







Nach 3 Monaten Feiern, Reisen und Faulheit kehrt sich jetzt alles langsam wieder der Normalität zu, was aber auch mal wieder ganz gut tut. Nach Weihnachten, Sylvester etc. war den ganzen Januar über Sommer und Sonne genießen angesagt. Will heißen: Jeden Tag mit Freunden am Pool entspannen, für mich viel Zeit zu Pferde und in den Clubs meiner kleinen Stadt, Ausschlafen und alles wieder von vorne. Außerdem ein Wochenendtrip nach Bolivar, eine Stadt etwa 2 Stunden von meiner entfernt, wo Eli und Layla, 2 Freundinnen von mir ihren Austausch verbringen. Ich hatte eine tolle Zeit mit den beiden! Umso besser, dass wir uns schon im Februar auf der Nordreise wiedergesehen haben! Vor der Reise allerdings war ich noch ein paar Tage mit Pierre bei meiner Gastschwester Luchi in Buenos Aires. Es waren ein paar tolle Tage in dieser unvorstellbar riesigen Stadt. Ich ziehe Berlin Buenos Aires allerdings hundert mal vor! Da geht es doch ein klein bisschen weniger chaotisch, gefährlich und dreckiger zu. Man merkt eben schon den Unterschied zwischen Deutschland, einem Erste-Welt-Land, und Argentinien. Dann ging es endlich auf die heiß ersehnte Rundreise! 53 Jugendliche aus Belgien, Dänemark, Finnland, U.S.A, Canada, Mexiko, Deutschland, Österreich, Schweiz.... alle zusammen 18 Tage zusammen in einem Bus. Zuerst sind hat uns der Weg zu den berühmten Wasserfällen von Iguazu geführt, meiner Meinung nach einer der schönsten und beeindruckendsten Plätze auf der Welt. Dort sind wir auch mit einem Boot unter den Wasserfällen durchgefahren, eine unglaubliche Erfahrungen! Man sieht von oben das Wasser auf sich herabstürzen und fühlt sich wirklich wie in dem Wasserfall drin. Von dort ging es weiter nach Salta, einer wunderschönen Stadt, von der aus wir auch Exkursionen aufs Land gemacht haben, wo wir unter anderem einen Wanderritt machen konnten etc.. 
Dann waren wir in einem kleinen Bergdorf namens Tilcara, was in einer wunderschönen Landschaft liegt! Die Berge dort haben alle möglichen Farben, die Erde ist rot und die Flüsse braun. Das war für mich der beste Part der Reise. Es ist kein reiches Dorf, die Menschen leben nur mit dem Nötigsten. Aber sie machen einen glücklichen Eindruck dort in ihrer eigenen kleinen Welt. Zudem war gerade als wir dort waren Karneval. Alle tanzen auf der Straßen, sprühen sich gegenseitig mit Schaum voll, bewerfen sich mit Konfetti und Mehl. Das hat einen ganz besonderen Sinn: Zum einen, das durch das Mehl alle weiß werden, also die gleiche Hautfarbe bekommen. Das ist ein Symbol gegen Rassismus. Außerdem verschleiert man sich sozusagen durch den Dreck, was den Nutzen hat, dass der Teufel dein Gesicht nach der unkontrollierten, sündhaften Woche des Feierns nicht wiedererkennt. Einige auserwählte Männer dürfen sich das Teufelskostüm anziehen, das bunt schillernd und mit Spiegeln verziert ist. Die Teufel tragen Masken, die sie in einer traditionellen Zeremonie am Ende der Karnevalszeit weinend ablegen. Seltsamerweise ist die Geburtenrate 9 Monate nach dem Karneval höher als sonst im ganzen Jahr...
Weiter ging es danach noch zu Nationalparks und Weingütern weiter im Westen. Am Ende der Reise ist uns allen der Abschied wirklich schwer gefallen, denn es wurden so gute Freundschaften geschlossen und wir haben so viel zusammen erlebt! 
Dann habe ich außerdem meine Familie gewechselt. Ich wohne jetzt weiter außerhalb, was ein ziemlicher Gegensatz zu vorher ist, da meine erste Familie ja praktisch im Zentrum wohnt. Aber auch meine zweite Gastfamilie ist sehr lieb. Ich habe neben meinen Gasteltern 3 jüngere Gastbrüder und eine ältere Gastschwester, die jetzt aber leider zum Studieren in eine andere Stadt gezogen ist. Das Gute daran ist, dass ich sie dort besuchen kann. Mar del Plata ist nämlich die größte Küstenstadt Argentiniens und ist mit seinen Stränden wunderschön! Ich habe schon ein paar wirklich schöne Tage dort verbracht! 
Nun geht es ja wieder mit der Schule los und zwar auch gleich mit einer Veränderung. Ich habe meine Klasse gewechselt, was keineswegs an meinen Mitschülern liegt, die ich alle sehr gerne mag, sondern an den Fächern. Ich war nämlich bis gestern in der Science-Klasse und Chemie, Physik und Co. sind mir auf Spanisch doch nicht so leicht gefallen. Nun gehe ich in den anderen Kurs, der mehr soziale Fächer wie Politik, Philosophie etc. hat, was mir sehr viel besser liegt. Ich hab schon ein bisschen Horror davor, nach Deutschland zurückzukommen und dann mit der Oberstufe anzufangen, denn das Schulniveau hier kann man wirklich in keinster Weise dem deutschen gleichsetzen.

Freitag, 6. Januar 2012

Eine halbe Kontinent-Reise, der Beginn der 3-monatigen Sommerferien, Weihnachten und Sylvester...



...trennen uns nun schon von meinem letzten Blogeintrag und da ich kein besonders goßes Interesse habe, auch noch die zweite Reise dazwischenkommen zu lassen, kommt hier jetzt endlich mal ein vernünftiges Update!
Vom 4. bis zum 14. Januar bin ich mit 50 Jugendlichen aus aller Welt in den Süden Argentiniens gefahren. Wir, das heißt, alle Austauschschüler aus meinem Distrikt, hatten eine wirklich tolle Zeit! Man muss wohl einräumen, dass die meiste Zeit davon im Reisebus stattfand, den wir nach den 10 Tagen schon fast als unser kleines, unbequemes aber liebenswertes zu Hause angesehen haben. Viele eher weniger erholsame Nächte haben wir in diesem Bus verbracht, sodass die Freude immer sehr groß war, wenn wir mal den Luxus einer Nacht im Hotel genießen durften. Das Gute an der ganzen Fahrerei war aber, dass man nicht wirklich was zu tun hatte, als sich mit seinen Reisekameraden zu unterhalten, sodass zum Abschluss der Reise wirklich gute Freundschaften entstanden waren. Wir haben wirklich tolle Sachen erlebt: Wir haben Pinguine gesehen und waren in einem riesigen Nationalpark in Chile, sind über Gletscher gewandert und haben Bailey‘s auf Gletschereis getrunken, haben in der Hitze am Strand gelegen und waren in einer Bar, die komplett aus Eis gemacht war.
Hier mal unsere komplette Route in der Übersicht: 

http://maps.google.de/maps/ms?msid=212416185886729015508.0004b421b0c3ec562ce96&msa=0&ll=-48.502048,-70.169678&spn=3.59622,9.876709



Jetzt erwarte ich voller Freude die zweite Reise, mit der gleichen Gruppe von Jugendlichen übrigens, die uns dann in den Norden Argentiniens führen wird. Da muss ich allerdings noch bis Februar warten.

Kurz nachdem ich dann wiedergekommen war von der Reise, war auch schon Weihnachten da. Das war sehr seltsam, weil ich bis einen Tag vorher wirklich garnicht realisiert hatte, dass jetzt wirklich Weihnachten vor der Tür steht. Denn hier ist von Weihnachtsstimmung nicht wirklich viel zu spüren, es gibt außer einem kleinen, künstlichen, überschmückten Weihnachtsbaum gar keine Weihnachtsdekoration und auch keine traditionelle Weihnachtsbäckerei - wobei ich die mit Sofie, der Deutschen, in stark vereinfachter Form doch noch gemacht habe - oder Nikolaus. Dann kommt noch dazu, dass es einfach mal 30 °C warm war am 24., da ist es ein bisschen schwierig in die richtige Stimmung zu kommen. 
Natürlich habe ich an diesem besonderen Tag ein bisschen meine Familie und unser traditionelles Weihnachten vermisst aber ich hab mir dann einfach gesagt, dass es nur ein Jahr von vielen ist und dass mir noch so viele Weihnachtsfeste mit meiner Familie bleiben, da kann man auch mal eins komplett anders feiern... und zwar - wie könnte es anders sein - indem man nach dem Weihnachtsessen mit der Familie und dem Anstoßen um Mitternacht mit Feuerwerk mit Freunden feiern geht! Letztendlich hatte ich also auch eine gute Zeit. Sylvester ist übrigens eigentlich genau das Gleiche, nur mir mehr Feuerwerk und ohne Geschenke. 


Anonsten verbringe ich meine Tage sehr entspannt mit Freunden im Pool und in der Sonne, die Wochenenden mit Weggehen und Schlafen, dazwischen ein bisschen im Kiosk meiner Eltern helfen. Das wird noch so weitergehen bis Anfang März, dann fängt die Schule wieder an...

Freitag, 25. November 2011

Da simma ma wieder :)

Es wurde gewünscht, mal wieder den Blog mit frischen Infos zu aktualisieren und das wird jetzt endlich umgesetzt! Der Grund: Es ist ein sonniger, verhältnismäßig kühler Freitagnachmittag, die Woche ist rum, vor uns liegt ein langes Wochenende und es gibt eigentlich nichts besseres zu tun, als auf den Abend zu warten.
Mein argentinisches Leben ist ein Knüller, das kann ich nicht anders sagen. Es besteht im Wesentlichen aus ein bisschen Schule, die aber in einer Woche auch schon vorbei ist, Mate trinken und ganz viel Spaß! In Argentinien lebt man eigentlich nur für die Wochenenden habe ich das Gefühl. Am Montag ist schon wieder im Gespräch, was man am Freitag macht.
Außerdem ist jetzt endgültig der Sommer eingezogen: Es sind fast jeden Tag 30 °C und nach der Schule springt man erstmal in den Pool um sich abzukühlen. Eine echte Lieblingsbeschäftigung der Leute hier: Sonnenbaden. Meine arme, weiße, deutsche Haut hat das am Anfang nicht so gut mitgemacht, da hab ich mich erstmal vom Feinsten verbrannt. Aber sie gewöhnt sich langsam daran, sodass mein Teint jetzt langsam auch ein bisschen weniger deutsch wird.
Ich gehe jetzt außerdem 2-3 x die Woche zum Reiten, was mir echte Glücksmomente beschert! Außerdem erfüllt sich damit ein großer Traum von mir: Ich lerne endlich Springreiten!
Weiterhin gehe ich immer brav ins Fitnessstudio, was mir zu meiner eigenen Überraschung wirklich Spaß macht! Einerseits weil ich mich danach einfach ausgepowert und gut fühle, andererseits, weil ich dort schon neue Bekanntschaften gemacht habe und es immer sehr lustig ist! Auch mein Trainer ist ein superlustiger, lieber Kerl. Ich hab ihn schon richtig lieb gewonnen.
Neulich bin ich übrigens mit allen Austauschschülern aus meinem Distrikt nach Uruguay gefahren. Für genau 1 h... Die Zeit war ein bisschen sehr knapp, um das Land wirklich kennenzulernen. Aber dafür waren wir auch nicht da. Wir mussten nur einmal über die Grenze, um unsere Visa zu erneuern. Also sind wir 8 h hingefahren und dann fast direkt denselben Weg wieder zurück. Aber trotz der nervigen Busfahrerei hatten wir alle eine ziemlich gute Zeit, wie ich finde. Ist ja auch kaum anders möglich wenn 50 Jugendliche aus aller Welt in einem Bus zusammengepfercht sind. ;)








Außerdem für mich ein besonderes Highlight, weil ich meine Berliner Freundin Layla wiedersehen konnte, die auch gerade über Rotary in Argentinien in einer Nachbarstadt von mir ist. Besuchswochenenden sind schon in Planung!
Sofie, Pierre un ich gehen seit kurzem jeden Samstagnachmittag ins "Armenviertel" zu einer Kapelle, um dort bei einem Sozialprojekt zu helfen. Es kommen nämlich jeden Samstag die Kinder aus dem Viertel dorthin um Kuchen zu essen und Kakao zu trinken. Es ist schon schockierend, was für große soziale Unterschiede es in einer so kleinen Stadt wie der meinen gibt! Man fährt nur 10 min mit dem Auto und fühlt sich schon wie in einer anderen Welt.
Was ebenfalls schockierend ist: In weniger als einem Monat ist Weihnachten, das kann ich mir so garnicht vorstellen. Ich schwitze mit hier einen ab, während meine Familie daheim auf den Weihnachtsmarkt geht. Verrückt.

Dienstag, 1. November 2011

BUENOS AIRES und Camping!


Es gibt schon wieder so viel zu erzählen. Hinter mir liegt ein wundervoller Wochenendtrip nach Buenos Aires. Am Donnerstag letzter Woche bin ich mit meinem Gastbruder Martin im Auto 5 h in die Hauptstadt gefahren, wo wir bei seiner meiner Gastschwester Luci gewohnt haben, die ja in Buenos Aires lebt und arbeitet. Sie hat dort eine nette, sehr kleine aber für eine Person vollkommen ausreichende Wohnung im Stadtviertel Belgrano. 
Gleich nachdem wir angekommen waren, haben wir uns erstmal was gekocht und sind dann nach dem Essen auf eine erste Besichtigungstour bei Nacht mit dem Auto zum Hafen gefahren. Das war wirklich ein toller Anblick: Die Stadt mit all den Lichtern, die sich im Wasser spiegeln. Und auch um die späte Uhrzeit hat der verrückte Verkehr, der dort überall herrscht, kein bisschen nachgelassen! Ich habe den Eindruck, diese Stadt schläft wirklich nie! Buenos Aires ist riesig, nicht im geringsten vergleichbar mit Berlin. 
Am nächsten Tag haben wir dann Luci zur Arbeit gebracht und ich bin erstmal mit Martin ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Die ist nicht wirklich schön, ziemlich dreckig, viele etwas heruntergekommene mehrstöckige Hochhäuser. Aber irgendwie hat es schon was...
Später haben wir uns dann mit Luci und ihren Freundinnen auf einen Snack getroffen und abends waren wir 3 „Geschwister“ im Theater Konex, das eigentlich mehr ein Kulturzentrum für die alternative Szene in einem ziemlich heruntergekommenen Viertel ist. 
Das Stück, was wir uns angeguckt haben, war wirklich beeindruckend: Eine Gruppe von Tänzern, die aber irgendwie alles konnten: Tanzen, Singen, sämtliche Perkussionsinstrumente spielen, schauspielern. War wirklich eine tolle Show!
Danach waren wir dann noch im Prenzlauer Berg von Buenos Aires, Palermo, Pizza essen und sind dort ein bisschen durch die Straßen gelaufen, in denen sich eine Bar an die nächste anschließt, alle brechend voll. 
In genau diesem Viertel waren wir fast den gesamten nächsten Tag. Denn wundersamer Weise verwandeln sich die Clubs tagsüber in Modegeschäfte, wo junge Leute, Studenten und Einsteiger der Modebranche ihre Klamotten verkaufen und das alles zu einem sehr fairen Preis. Ein echtes Shoppingparadies! 
Abends waren wir drei auf der Geburtstagsfeier einer Freundin von Luci, wo wir einen schönen und lustigen Abend verbracht haben. 
Ansonsten ist nicht mehr viel passiert. Am Montagmorgen sind mein Bruder und ich zurück nach Trenque gefahren.
In Trenque bin ich genau 3 Tage geblieben, denn am Donnerstagmorgen ging es dann ab zum Camping. Das war ein Camping mit c.a. 400 Jugendlichen, genannt „Campamento de Valores“, das von der Regierung organisiert wird. 
Ich bin mit einer großen Gruppe von Mädchen aus meiner Schule gefahren. Es war wirklich eine tolle Zeit! Wir haben uns alle super verstanden und hatten sehr viel Spaß! 
Das Programm bestand im Wesentlichen aus Vorträgen von Sozialorganisationen etc. Wir mussten auch Plakate erstellen usw. Dazwischen haben wir dann alle auf der riesigen Wiese gesessen und mit unseren Aufsehern, die ich übrigens auch richtig ins Herz geschlossen habe in der kurzen Zeit, Mate getrunken und Kekse gegessen. 
Morgens, mittags, nachmittags und abends haben sich immer alle in einer Art Scheune mit Dach, aber ohne Seitenwände eingefunden um zu essen. (Man sehe sich den Link an, es waren nämlich pausenlos Fernsehkameras um einen rum, da kam man sich i-wie cool vor ;))

http://www.youtube.com/watch?feature=share&v=V37dwwbE5IQ&gl=AR

Man kann sich nicht die Stimmung vorstellen, die da herrschte! Aber man kann es in etwa so beschreiben: Ein Tisch fängt an, einen Rythmus zu klopfen oder irgendeinen Anfeuerungsruf zu rufen und innerhalb von 1 Minute macht der ganze Saal mit. Man konnte also kaum sein eigenes Wort verstehen. Das ist sowas von typisch Argentinien! Ich liebe es, ich fühle mich hier sowas von richtig, als würde ich hier schon immer leben. Ein Land voller Verrückter, das sagt sogar die Präsidentin selbst.
http://www.youtube.com/watch?v=1IFmzLDjcY8

(Die Fotos sind alle bei facebook!)

Montag, 10. Oktober 2011

1. Rotary Orientation und Mar del Plata

Es liegt ein wirklich sehr tolles Wochenende hinter mir mit vielen neuen Eindrücken!
Am Samstag bin ich mit meinen Gasteltern zur 1. Rotary Orientation gefahren, die etwa 5 Stunden entfernt in einer ziemlich hässlichen Stadt stattgefunden hat, an deren Namen ich mich absolut nicht erinnern kann. Sofie, Pierre, Maxi und Martina sind natürlich auch mitgekommen. Versammelt waren schließlich alle Austauschschüler aus meinem Distrikt, ein Großteil davon mit seinen Gasteltern, als auch Argentinier, die vorhaben, einen Austausch zu machen und auch diejenigen, die diesen schon hinter sich haben. Ehrlich gesagt haben wir alle wohl nicht sehr viel von den tausenden von Vorträgen und Präsentationen mitbekommen. Einerseits, weil fast alles auf Spanisch war und andereseits weil es natürlich viel reizvoller war, sich mit seinen Tischnachbarn aus aller Welt zu unterhalten. Jetzt habe ich also schon einmal einen ersten Eindruck von den ganzen Jugendlichen bekommen. Der Großteil scheint sehr sympathisch aber es gibt natürlich auch ein paar merkwürdige Exemplare...
Unter den Austauschschülern sind erstaunlich viele Belgier. Ansonsten viele aus den USA und eigentlich aus aller Welt. Insgesamt sind wir sieben Deutsche, alles Mädchen.
Auf jeden Fall freue ich mich jetzt schon sehr auf die beiden Reisen, die ich ja mit diesen Jugendlichen machen werde: Die Reise in den Süden wird im Dezember stattfinden und 11 Tage dauern, die in den Norden dauert 28 Tage und ist im Februar. Das wird mit Sicherheit eine tolle Zeit!

Nach der Orientation sind wir nach Mar del Plata gefahren. Wir, das sind Sofie mit ihrer Familie, ich mit meinen Gasteltern und Pierre. In der Küstenstadt angekommen haben wir dann unsere Hotelzimmer bezogen und uns in ein Schnellrestaurant (vergleichbar mit Vapiano) geschleppt, obwohl wir Jugendlichen alle todmüde waren. Das war auch nicht anders zu erwarten, denn obwohl wir am Samstagmorgen um 5 Uhr aufstehen mussten, sind wir alle am Freitagabend noch mit Freunden weggegangen und hatten dementsprechend so gut wie keinen Schlaf.

Am nächsten Tag sind wir dann nach einem ausgiebigen Hotelfrühstück Pierre abholen gefahren, der in einer rotarischen Familie übernachtet hat, da alle Hotels über das lange Wochenende ausgebucht waren. So haben wir dann noch gleich den amerikanischen Austauschschüler Andrew wiedergetroffen, den wir schon am Samstag kennengelernt hatten. Ein sehr sympathischer Junge. Er und sein Gastbruder haben uns gleich eingeladen, am Abend mit ihnen wegzugehen, was unsere Eltern aber leider nicht erlaubt haben. Das hat uns natürlich weniger gut gefallen, aber wir mussten uns auch eingestehen, dass diese Einstellung durchaus verständlich war. Welche Eltern würden ihre Kinder schon in einer fremden Stadt weggehen lassen, mit Leuten, die sie kaum kennen?! Den restlichen Tag haben wir bei scheusslichstem Wetter mit Shopping und Stadtbesichtigung verbracht. Unter anderem waren wir natürlich auch am Hafen, wo wir von einer Gruppe Walrossen überrascht wurden, die sich dort mitten auf dem Pier tummelten und von den wilden Hunden angebellt wurden. Was man in einer Großstadt so alles erleben kann!

Abends waren wir dann Asado (Grillfleisch) essen, für mich gab es Salat. In Mar del Plata werden übrigens die unter den Argentiniern berüchtigten Alfajores der Marke "Havanna" hergestellt, die als die besten des Landes gelten. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, die zu probieren und sie sind in der Tat sehr sehr lecker aber auch unverschämt teuer!

Morgen geht es dann wieder ganz normal in die Schule, das heißt früh aufstehen... Juhu!

(Die Bilder vom Wochenende habe ich bei facebook hochgeladen, daher werde ich sie hier jetzt nicht nochmal extra einfügen)

Freitag, 30. September 2011

Hmpf. :D


Da bin ich mal wieder. Hmpf. 
Es ist zu erwarten, dass ich ab jetzt immer seltener meinen Blog führen werde, weil sich das Leben hier natürlich für mich auch normalisiert und ich niemanden mit meinen Fitnessstudiobesuchen und wöchentlichen Picknicken im Park nerven will. Denn auch wenn das für mich alles sehr schön ist: Darüber zu berichten ist jetzt nicht so super spannend. Aber der Blog wird dann spätestens nach den Rundreisen über den Kontinent ganz sicher wieder aufgenommen! Da wird es bestimmt eine Menge zu erzählen geben!
Seit dem letzen Post ist nicht besonders viel passiert, ehrlich gesagt. Alle Schulen zusammen haben ein riesiges Sportfest organisiert, wobei das sportlichste was ich an diesem Tag gemacht habe war, durch Gesichtverziehen einen Keks von meiner Stirn in meinen Mund zu befördern. Ansonsten saß ich mit meinen Klassenkameraden auf der Wiese neben dem Fußballfeld und habe Mate getrunken. 


Das Wochenende war mal wieder ganz herrlich, aber das ist ja nun eigentlich nichts Neues. Am Sonntag bin ich dann mit Sofie, Pierre und Maxi zu einer Rotaryveranstaltung etwas außerhalb von Trenque gefahren, bei der hunderte von Kindern mit ihren Eltern waren um Drachen steigen zu lassen. Das war ein wirklich schönes Bild! Insgesamt ging es darum durch die Veranstaltung Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Eigentlich sollten wir Jugendlichen wohl helfen aber wann immer wir gefragt haben wurde uns nur gesagt, sie bräuchten keine Hilfe mehr. Naja daher war es dann nach 2 Stunden Nichts-Tun ein wenig langweilig...


Nach diesem Nachmittag auf freiem Feld war ich am Montag erstmal krank und lag mit Schnupfen, Husten und Fieber im Bett. In die Schule bin ich erst wieder am Mittwoch gegangen. Nach meinem Powermittwoch lag ich dann gleich wieder auf der Nase, weil ich mir anscheinend doch etwas mehr Zeit zum Auskurieren hätte lassen sollen. Von daher traf es sich ziemlich gut, dass am Donnerstag die Schule ausgefallen ist, auch wenn der Grund dafür weniger schön war. In Buenos Aires haben ein Schüler und seine Mutter einen Lehrer attackiert und sein Gesicht komplett verunstaltet, weil die Mutter dachte, er hätte ihren Sohn schlecht behandeln. Daraufhin haben am Donnerstag alle Lehrer gestreikt, sozusagen für mehr Sicherheit in den Schulen. 
Heute ist schließlich Freitag, ich war wieder ganz normal in der Schule, meine Erkältung ist so gut wie weg. Außerdem hatte ich heute das erste Mal meinen Spanisch-Kurs, den ich zusammen mit den anderen Austauschschülern bei einem recht jungen Mann zu Hause mache. Er macht seine Sache sehr gut, wie ich finde: Es ist weniger steifes Konjugationen-Lernen als zusammen Mate trinken und dabei lockere Grammatikübungen machen. Also werde ich ab jetzt jeden Freitag 2 Stunden Spanisch-Unterricht haben. 
Jetzt werde ich gleich mit 3 Freundinnen essen gehen, danach zu einer Geburtstagsfeier (Die Cousine von der Freundin einer Freundin) und anschließend noch in den Club. 
Hört sich das gut an oder hört sich das gut an, Kinder?