Samstag, 26. Mai 2012

Vorletztes Lebenszeichen


Ja hoppla, da ging die Zeit aber schnell vorbei.. Ich muss zugeben, sehr regelmäßig habe ich meinen Block nicht geführt, vor allem die letzten Monate nicht mehr. Aber nun möchte ich doch noch einmal einen kleinen Eintrag hinzufügen, denn ich finde diesen Blog kann man wie eine kleine Geschichte lesen und schließlich braucht ja jede Geschichte auch ihr Ende.
Die letzten Monate sind wie im Flug vergangen! Aber so ist das eben, wenn es einem gut geht. Die schönsten Zeiten gehen immer am rasantesten vorbei. Seit der Nordreise ist viel passiert: Der Alltag hat wieder seinen Lauf genommen, der Schulrythmus ist wieder zur Normalität geworden, wobei ich zugeben muss, dass ich Schule hier nicht gerade als meine Hauptbeschäftigung ansehe... 
Ich weiß nicht mehr genau, wann, aber irgendwann habe ich festgestellt, wie wenig Zeit mir nur noch bleibt und dass ich jetzt gar nicht mehr Monate, sondern vielmehr Tage zählen kann bis zu meinem Rückflug am 4. Juli. Meine Gefühle darüber sind sehr gemischt. Einerseits kann ich meine Ankunft zu Hause kaum erwarten, denn nach so langer Zeit fern der Heimat kommt schon ein bisschen Wehmut auf, gerade beim Skypen mit meiner Familie und meinen Freunden, mit denen ich glücklicherweise immer noch in gutem Kontakt stehe! 
Aber auf der anderen Seite, merke ich jetzt schon, wie schwer es mir fallen wird, das alles, was ich mir hier aufgebaut habe, einfach so zurückzulassen. Es ist nun einmal so: Nach einem Jahr habe ich hier ein richtiges kleines Leben: eine Familie, Freunde, Hobbies. Und das alles einfach so stehen lassen? Dezent unvorstellbar im Moment, ich verdränge den Gedanken ehrlich gesagt lieber ein bisschen und spare mir die Tränen für die mehr oder wenige geheime Abschiedsparty, die meine Mädels für mich planen und den Abschied am Flughafen. 
Jetzt heißt es erstmal, die letzten Wochen „a full“, also ausgiebig, zu genießen. Ich versuche jetzt noch so viel wie möglich von dem zu machen, was ich mir vorgenommen hatte: Meine Freunde unter den anderen Austauschschülern zu besuchen und dabei noch ein bisschen mehr von meinem geliebten Argentinien kennenzulernen. Vor 2 Wochen war ich z.B. in La Plata, die Hauptstadt der Provinz Buenos Aires, um meine deutsche Freundin Jana dort zu besuchen. Es war ein tolles Wochenende und die Stadt hat mir wirklich sehr gut gefallen! Es war herrlich, mal wieder in einer Großstadt zu sein! 
Und jetzt gerade sitze ich im Bus nach Bolivar, denn Layla wird 17 und sie hat mich und ein paar andere Mädels eingeladen, denn es gibt eine feette feette Party!! hihihi
Und es geht weiter mit den Reisen: Am Mittwochabend fahren Sofie, Pierre und ich nach Mar del Plata (die bereits erwähnte Küstenstadt) zu einem Orientation Weekend von Rotary. Ich denke, das wird sehr schön, da sich da alle Austauschschüler noch einmal ein letztes Mal wieder sehen, bevor dann jeder in sein Heimatland zurückkehrt. 

Sonntag, 18. März 2012

Nordreise und Familienwechsel weee







Nach 3 Monaten Feiern, Reisen und Faulheit kehrt sich jetzt alles langsam wieder der Normalität zu, was aber auch mal wieder ganz gut tut. Nach Weihnachten, Sylvester etc. war den ganzen Januar über Sommer und Sonne genießen angesagt. Will heißen: Jeden Tag mit Freunden am Pool entspannen, für mich viel Zeit zu Pferde und in den Clubs meiner kleinen Stadt, Ausschlafen und alles wieder von vorne. Außerdem ein Wochenendtrip nach Bolivar, eine Stadt etwa 2 Stunden von meiner entfernt, wo Eli und Layla, 2 Freundinnen von mir ihren Austausch verbringen. Ich hatte eine tolle Zeit mit den beiden! Umso besser, dass wir uns schon im Februar auf der Nordreise wiedergesehen haben! Vor der Reise allerdings war ich noch ein paar Tage mit Pierre bei meiner Gastschwester Luchi in Buenos Aires. Es waren ein paar tolle Tage in dieser unvorstellbar riesigen Stadt. Ich ziehe Berlin Buenos Aires allerdings hundert mal vor! Da geht es doch ein klein bisschen weniger chaotisch, gefährlich und dreckiger zu. Man merkt eben schon den Unterschied zwischen Deutschland, einem Erste-Welt-Land, und Argentinien. Dann ging es endlich auf die heiß ersehnte Rundreise! 53 Jugendliche aus Belgien, Dänemark, Finnland, U.S.A, Canada, Mexiko, Deutschland, Österreich, Schweiz.... alle zusammen 18 Tage zusammen in einem Bus. Zuerst sind hat uns der Weg zu den berühmten Wasserfällen von Iguazu geführt, meiner Meinung nach einer der schönsten und beeindruckendsten Plätze auf der Welt. Dort sind wir auch mit einem Boot unter den Wasserfällen durchgefahren, eine unglaubliche Erfahrungen! Man sieht von oben das Wasser auf sich herabstürzen und fühlt sich wirklich wie in dem Wasserfall drin. Von dort ging es weiter nach Salta, einer wunderschönen Stadt, von der aus wir auch Exkursionen aufs Land gemacht haben, wo wir unter anderem einen Wanderritt machen konnten etc.. 
Dann waren wir in einem kleinen Bergdorf namens Tilcara, was in einer wunderschönen Landschaft liegt! Die Berge dort haben alle möglichen Farben, die Erde ist rot und die Flüsse braun. Das war für mich der beste Part der Reise. Es ist kein reiches Dorf, die Menschen leben nur mit dem Nötigsten. Aber sie machen einen glücklichen Eindruck dort in ihrer eigenen kleinen Welt. Zudem war gerade als wir dort waren Karneval. Alle tanzen auf der Straßen, sprühen sich gegenseitig mit Schaum voll, bewerfen sich mit Konfetti und Mehl. Das hat einen ganz besonderen Sinn: Zum einen, das durch das Mehl alle weiß werden, also die gleiche Hautfarbe bekommen. Das ist ein Symbol gegen Rassismus. Außerdem verschleiert man sich sozusagen durch den Dreck, was den Nutzen hat, dass der Teufel dein Gesicht nach der unkontrollierten, sündhaften Woche des Feierns nicht wiedererkennt. Einige auserwählte Männer dürfen sich das Teufelskostüm anziehen, das bunt schillernd und mit Spiegeln verziert ist. Die Teufel tragen Masken, die sie in einer traditionellen Zeremonie am Ende der Karnevalszeit weinend ablegen. Seltsamerweise ist die Geburtenrate 9 Monate nach dem Karneval höher als sonst im ganzen Jahr...
Weiter ging es danach noch zu Nationalparks und Weingütern weiter im Westen. Am Ende der Reise ist uns allen der Abschied wirklich schwer gefallen, denn es wurden so gute Freundschaften geschlossen und wir haben so viel zusammen erlebt! 
Dann habe ich außerdem meine Familie gewechselt. Ich wohne jetzt weiter außerhalb, was ein ziemlicher Gegensatz zu vorher ist, da meine erste Familie ja praktisch im Zentrum wohnt. Aber auch meine zweite Gastfamilie ist sehr lieb. Ich habe neben meinen Gasteltern 3 jüngere Gastbrüder und eine ältere Gastschwester, die jetzt aber leider zum Studieren in eine andere Stadt gezogen ist. Das Gute daran ist, dass ich sie dort besuchen kann. Mar del Plata ist nämlich die größte Küstenstadt Argentiniens und ist mit seinen Stränden wunderschön! Ich habe schon ein paar wirklich schöne Tage dort verbracht! 
Nun geht es ja wieder mit der Schule los und zwar auch gleich mit einer Veränderung. Ich habe meine Klasse gewechselt, was keineswegs an meinen Mitschülern liegt, die ich alle sehr gerne mag, sondern an den Fächern. Ich war nämlich bis gestern in der Science-Klasse und Chemie, Physik und Co. sind mir auf Spanisch doch nicht so leicht gefallen. Nun gehe ich in den anderen Kurs, der mehr soziale Fächer wie Politik, Philosophie etc. hat, was mir sehr viel besser liegt. Ich hab schon ein bisschen Horror davor, nach Deutschland zurückzukommen und dann mit der Oberstufe anzufangen, denn das Schulniveau hier kann man wirklich in keinster Weise dem deutschen gleichsetzen.

Freitag, 6. Januar 2012

Eine halbe Kontinent-Reise, der Beginn der 3-monatigen Sommerferien, Weihnachten und Sylvester...



...trennen uns nun schon von meinem letzten Blogeintrag und da ich kein besonders goßes Interesse habe, auch noch die zweite Reise dazwischenkommen zu lassen, kommt hier jetzt endlich mal ein vernünftiges Update!
Vom 4. bis zum 14. Januar bin ich mit 50 Jugendlichen aus aller Welt in den Süden Argentiniens gefahren. Wir, das heißt, alle Austauschschüler aus meinem Distrikt, hatten eine wirklich tolle Zeit! Man muss wohl einräumen, dass die meiste Zeit davon im Reisebus stattfand, den wir nach den 10 Tagen schon fast als unser kleines, unbequemes aber liebenswertes zu Hause angesehen haben. Viele eher weniger erholsame Nächte haben wir in diesem Bus verbracht, sodass die Freude immer sehr groß war, wenn wir mal den Luxus einer Nacht im Hotel genießen durften. Das Gute an der ganzen Fahrerei war aber, dass man nicht wirklich was zu tun hatte, als sich mit seinen Reisekameraden zu unterhalten, sodass zum Abschluss der Reise wirklich gute Freundschaften entstanden waren. Wir haben wirklich tolle Sachen erlebt: Wir haben Pinguine gesehen und waren in einem riesigen Nationalpark in Chile, sind über Gletscher gewandert und haben Bailey‘s auf Gletschereis getrunken, haben in der Hitze am Strand gelegen und waren in einer Bar, die komplett aus Eis gemacht war.
Hier mal unsere komplette Route in der Übersicht: 

http://maps.google.de/maps/ms?msid=212416185886729015508.0004b421b0c3ec562ce96&msa=0&ll=-48.502048,-70.169678&spn=3.59622,9.876709



Jetzt erwarte ich voller Freude die zweite Reise, mit der gleichen Gruppe von Jugendlichen übrigens, die uns dann in den Norden Argentiniens führen wird. Da muss ich allerdings noch bis Februar warten.

Kurz nachdem ich dann wiedergekommen war von der Reise, war auch schon Weihnachten da. Das war sehr seltsam, weil ich bis einen Tag vorher wirklich garnicht realisiert hatte, dass jetzt wirklich Weihnachten vor der Tür steht. Denn hier ist von Weihnachtsstimmung nicht wirklich viel zu spüren, es gibt außer einem kleinen, künstlichen, überschmückten Weihnachtsbaum gar keine Weihnachtsdekoration und auch keine traditionelle Weihnachtsbäckerei - wobei ich die mit Sofie, der Deutschen, in stark vereinfachter Form doch noch gemacht habe - oder Nikolaus. Dann kommt noch dazu, dass es einfach mal 30 °C warm war am 24., da ist es ein bisschen schwierig in die richtige Stimmung zu kommen. 
Natürlich habe ich an diesem besonderen Tag ein bisschen meine Familie und unser traditionelles Weihnachten vermisst aber ich hab mir dann einfach gesagt, dass es nur ein Jahr von vielen ist und dass mir noch so viele Weihnachtsfeste mit meiner Familie bleiben, da kann man auch mal eins komplett anders feiern... und zwar - wie könnte es anders sein - indem man nach dem Weihnachtsessen mit der Familie und dem Anstoßen um Mitternacht mit Feuerwerk mit Freunden feiern geht! Letztendlich hatte ich also auch eine gute Zeit. Sylvester ist übrigens eigentlich genau das Gleiche, nur mir mehr Feuerwerk und ohne Geschenke. 


Anonsten verbringe ich meine Tage sehr entspannt mit Freunden im Pool und in der Sonne, die Wochenenden mit Weggehen und Schlafen, dazwischen ein bisschen im Kiosk meiner Eltern helfen. Das wird noch so weitergehen bis Anfang März, dann fängt die Schule wieder an...