Es wurde gewünscht, mal wieder den Blog mit frischen Infos zu aktualisieren und das wird jetzt endlich umgesetzt! Der Grund: Es ist ein sonniger, verhältnismäßig kühler Freitagnachmittag, die Woche ist rum, vor uns liegt ein langes Wochenende und es gibt eigentlich nichts besseres zu tun, als auf den Abend zu warten.
Mein argentinisches Leben ist ein Knüller, das kann ich nicht anders sagen. Es besteht im Wesentlichen aus ein bisschen Schule, die aber in einer Woche auch schon vorbei ist, Mate trinken und ganz viel Spaß! In Argentinien lebt man eigentlich nur für die Wochenenden habe ich das Gefühl. Am Montag ist schon wieder im Gespräch, was man am Freitag macht.
Außerdem ist jetzt endgültig der Sommer eingezogen: Es sind fast jeden Tag 30 °C und nach der Schule springt man erstmal in den Pool um sich abzukühlen. Eine echte Lieblingsbeschäftigung der Leute hier: Sonnenbaden. Meine arme, weiße, deutsche Haut hat das am Anfang nicht so gut mitgemacht, da hab ich mich erstmal vom Feinsten verbrannt. Aber sie gewöhnt sich langsam daran, sodass mein Teint jetzt langsam auch ein bisschen weniger deutsch wird.
Ich gehe jetzt außerdem 2-3 x die Woche zum Reiten, was mir echte Glücksmomente beschert! Außerdem erfüllt sich damit ein großer Traum von mir: Ich lerne endlich Springreiten!
Weiterhin gehe ich immer brav ins Fitnessstudio, was mir zu meiner eigenen Überraschung wirklich Spaß macht! Einerseits weil ich mich danach einfach ausgepowert und gut fühle, andererseits, weil ich dort schon neue Bekanntschaften gemacht habe und es immer sehr lustig ist! Auch mein Trainer ist ein superlustiger, lieber Kerl. Ich hab ihn schon richtig lieb gewonnen.
Neulich bin ich übrigens mit allen Austauschschülern aus meinem Distrikt nach Uruguay gefahren. Für genau 1 h... Die Zeit war ein bisschen sehr knapp, um das Land wirklich kennenzulernen. Aber dafür waren wir auch nicht da. Wir mussten nur einmal über die Grenze, um unsere Visa zu erneuern. Also sind wir 8 h hingefahren und dann fast direkt denselben Weg wieder zurück. Aber trotz der nervigen Busfahrerei hatten wir alle eine ziemlich gute Zeit, wie ich finde. Ist ja auch kaum anders möglich wenn 50 Jugendliche aus aller Welt in einem Bus zusammengepfercht sind. ;)
Außerdem für mich ein besonderes Highlight, weil ich meine Berliner Freundin Layla wiedersehen konnte, die auch gerade über Rotary in Argentinien in einer Nachbarstadt von mir ist. Besuchswochenenden sind schon in Planung!
Sofie, Pierre un ich gehen seit kurzem jeden Samstagnachmittag ins "Armenviertel" zu einer Kapelle, um dort bei einem Sozialprojekt zu helfen. Es kommen nämlich jeden Samstag die Kinder aus dem Viertel dorthin um Kuchen zu essen und Kakao zu trinken. Es ist schon schockierend, was für große soziale Unterschiede es in einer so kleinen Stadt wie der meinen gibt! Man fährt nur 10 min mit dem Auto und fühlt sich schon wie in einer anderen Welt.
Was ebenfalls schockierend ist: In weniger als einem Monat ist Weihnachten, das kann ich mir so garnicht vorstellen. Ich schwitze mit hier einen ab, während meine Familie daheim auf den Weihnachtsmarkt geht. Verrückt.
Freitag, 25. November 2011
Dienstag, 1. November 2011
BUENOS AIRES und Camping!
Es gibt schon wieder so viel zu erzählen. Hinter mir liegt ein wundervoller Wochenendtrip nach Buenos Aires. Am Donnerstag letzter Woche bin ich mit meinem Gastbruder Martin im Auto 5 h in die Hauptstadt gefahren, wo wir bei seiner meiner Gastschwester Luci gewohnt haben, die ja in Buenos Aires lebt und arbeitet. Sie hat dort eine nette, sehr kleine aber für eine Person vollkommen ausreichende Wohnung im Stadtviertel Belgrano.
Gleich nachdem wir angekommen waren, haben wir uns erstmal was gekocht und sind dann nach dem Essen auf eine erste Besichtigungstour bei Nacht mit dem Auto zum Hafen gefahren. Das war wirklich ein toller Anblick: Die Stadt mit all den Lichtern, die sich im Wasser spiegeln. Und auch um die späte Uhrzeit hat der verrückte Verkehr, der dort überall herrscht, kein bisschen nachgelassen! Ich habe den Eindruck, diese Stadt schläft wirklich nie! Buenos Aires ist riesig, nicht im geringsten vergleichbar mit Berlin.
Am nächsten Tag haben wir dann Luci zur Arbeit gebracht und ich bin erstmal mit Martin ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Die ist nicht wirklich schön, ziemlich dreckig, viele etwas heruntergekommene mehrstöckige Hochhäuser. Aber irgendwie hat es schon was...
Später haben wir uns dann mit Luci und ihren Freundinnen auf einen Snack getroffen und abends waren wir 3 „Geschwister“ im Theater Konex, das eigentlich mehr ein Kulturzentrum für die alternative Szene in einem ziemlich heruntergekommenen Viertel ist.
Das Stück, was wir uns angeguckt haben, war wirklich beeindruckend: Eine Gruppe von Tänzern, die aber irgendwie alles konnten: Tanzen, Singen, sämtliche Perkussionsinstrumente spielen, schauspielern. War wirklich eine tolle Show!
Danach waren wir dann noch im Prenzlauer Berg von Buenos Aires, Palermo, Pizza essen und sind dort ein bisschen durch die Straßen gelaufen, in denen sich eine Bar an die nächste anschließt, alle brechend voll.
In genau diesem Viertel waren wir fast den gesamten nächsten Tag. Denn wundersamer Weise verwandeln sich die Clubs tagsüber in Modegeschäfte, wo junge Leute, Studenten und Einsteiger der Modebranche ihre Klamotten verkaufen und das alles zu einem sehr fairen Preis. Ein echtes Shoppingparadies!
Abends waren wir drei auf der Geburtstagsfeier einer Freundin von Luci, wo wir einen schönen und lustigen Abend verbracht haben.
Ansonsten ist nicht mehr viel passiert. Am Montagmorgen sind mein Bruder und ich zurück nach Trenque gefahren.
In Trenque bin ich genau 3 Tage geblieben, denn am Donnerstagmorgen ging es dann ab zum Camping. Das war ein Camping mit c.a. 400 Jugendlichen, genannt „Campamento de Valores“, das von der Regierung organisiert wird.
Ich bin mit einer großen Gruppe von Mädchen aus meiner Schule gefahren. Es war wirklich eine tolle Zeit! Wir haben uns alle super verstanden und hatten sehr viel Spaß!
Das Programm bestand im Wesentlichen aus Vorträgen von Sozialorganisationen etc. Wir mussten auch Plakate erstellen usw. Dazwischen haben wir dann alle auf der riesigen Wiese gesessen und mit unseren Aufsehern, die ich übrigens auch richtig ins Herz geschlossen habe in der kurzen Zeit, Mate getrunken und Kekse gegessen.
Morgens, mittags, nachmittags und abends haben sich immer alle in einer Art Scheune mit Dach, aber ohne Seitenwände eingefunden um zu essen. (Man sehe sich den Link an, es waren nämlich pausenlos Fernsehkameras um einen rum, da kam man sich i-wie cool vor ;))
http://www.youtube.com/watch?feature=share&v=V37dwwbE5IQ&gl=AR
Man kann sich nicht die Stimmung vorstellen, die da herrschte! Aber man kann es in etwa so beschreiben: Ein Tisch fängt an, einen Rythmus zu klopfen oder irgendeinen Anfeuerungsruf zu rufen und innerhalb von 1 Minute macht der ganze Saal mit. Man konnte also kaum sein eigenes Wort verstehen. Das ist sowas von typisch Argentinien! Ich liebe es, ich fühle mich hier sowas von richtig, als würde ich hier schon immer leben. Ein Land voller Verrückter, das sagt sogar die Präsidentin selbst.
http://www.youtube.com/watch?v=1IFmzLDjcY8
(Die Fotos sind alle bei facebook!)
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