Sonntag, 18. März 2012

Nordreise und Familienwechsel weee







Nach 3 Monaten Feiern, Reisen und Faulheit kehrt sich jetzt alles langsam wieder der Normalität zu, was aber auch mal wieder ganz gut tut. Nach Weihnachten, Sylvester etc. war den ganzen Januar über Sommer und Sonne genießen angesagt. Will heißen: Jeden Tag mit Freunden am Pool entspannen, für mich viel Zeit zu Pferde und in den Clubs meiner kleinen Stadt, Ausschlafen und alles wieder von vorne. Außerdem ein Wochenendtrip nach Bolivar, eine Stadt etwa 2 Stunden von meiner entfernt, wo Eli und Layla, 2 Freundinnen von mir ihren Austausch verbringen. Ich hatte eine tolle Zeit mit den beiden! Umso besser, dass wir uns schon im Februar auf der Nordreise wiedergesehen haben! Vor der Reise allerdings war ich noch ein paar Tage mit Pierre bei meiner Gastschwester Luchi in Buenos Aires. Es waren ein paar tolle Tage in dieser unvorstellbar riesigen Stadt. Ich ziehe Berlin Buenos Aires allerdings hundert mal vor! Da geht es doch ein klein bisschen weniger chaotisch, gefährlich und dreckiger zu. Man merkt eben schon den Unterschied zwischen Deutschland, einem Erste-Welt-Land, und Argentinien. Dann ging es endlich auf die heiß ersehnte Rundreise! 53 Jugendliche aus Belgien, Dänemark, Finnland, U.S.A, Canada, Mexiko, Deutschland, Österreich, Schweiz.... alle zusammen 18 Tage zusammen in einem Bus. Zuerst sind hat uns der Weg zu den berühmten Wasserfällen von Iguazu geführt, meiner Meinung nach einer der schönsten und beeindruckendsten Plätze auf der Welt. Dort sind wir auch mit einem Boot unter den Wasserfällen durchgefahren, eine unglaubliche Erfahrungen! Man sieht von oben das Wasser auf sich herabstürzen und fühlt sich wirklich wie in dem Wasserfall drin. Von dort ging es weiter nach Salta, einer wunderschönen Stadt, von der aus wir auch Exkursionen aufs Land gemacht haben, wo wir unter anderem einen Wanderritt machen konnten etc.. 
Dann waren wir in einem kleinen Bergdorf namens Tilcara, was in einer wunderschönen Landschaft liegt! Die Berge dort haben alle möglichen Farben, die Erde ist rot und die Flüsse braun. Das war für mich der beste Part der Reise. Es ist kein reiches Dorf, die Menschen leben nur mit dem Nötigsten. Aber sie machen einen glücklichen Eindruck dort in ihrer eigenen kleinen Welt. Zudem war gerade als wir dort waren Karneval. Alle tanzen auf der Straßen, sprühen sich gegenseitig mit Schaum voll, bewerfen sich mit Konfetti und Mehl. Das hat einen ganz besonderen Sinn: Zum einen, das durch das Mehl alle weiß werden, also die gleiche Hautfarbe bekommen. Das ist ein Symbol gegen Rassismus. Außerdem verschleiert man sich sozusagen durch den Dreck, was den Nutzen hat, dass der Teufel dein Gesicht nach der unkontrollierten, sündhaften Woche des Feierns nicht wiedererkennt. Einige auserwählte Männer dürfen sich das Teufelskostüm anziehen, das bunt schillernd und mit Spiegeln verziert ist. Die Teufel tragen Masken, die sie in einer traditionellen Zeremonie am Ende der Karnevalszeit weinend ablegen. Seltsamerweise ist die Geburtenrate 9 Monate nach dem Karneval höher als sonst im ganzen Jahr...
Weiter ging es danach noch zu Nationalparks und Weingütern weiter im Westen. Am Ende der Reise ist uns allen der Abschied wirklich schwer gefallen, denn es wurden so gute Freundschaften geschlossen und wir haben so viel zusammen erlebt! 
Dann habe ich außerdem meine Familie gewechselt. Ich wohne jetzt weiter außerhalb, was ein ziemlicher Gegensatz zu vorher ist, da meine erste Familie ja praktisch im Zentrum wohnt. Aber auch meine zweite Gastfamilie ist sehr lieb. Ich habe neben meinen Gasteltern 3 jüngere Gastbrüder und eine ältere Gastschwester, die jetzt aber leider zum Studieren in eine andere Stadt gezogen ist. Das Gute daran ist, dass ich sie dort besuchen kann. Mar del Plata ist nämlich die größte Küstenstadt Argentiniens und ist mit seinen Stränden wunderschön! Ich habe schon ein paar wirklich schöne Tage dort verbracht! 
Nun geht es ja wieder mit der Schule los und zwar auch gleich mit einer Veränderung. Ich habe meine Klasse gewechselt, was keineswegs an meinen Mitschülern liegt, die ich alle sehr gerne mag, sondern an den Fächern. Ich war nämlich bis gestern in der Science-Klasse und Chemie, Physik und Co. sind mir auf Spanisch doch nicht so leicht gefallen. Nun gehe ich in den anderen Kurs, der mehr soziale Fächer wie Politik, Philosophie etc. hat, was mir sehr viel besser liegt. Ich hab schon ein bisschen Horror davor, nach Deutschland zurückzukommen und dann mit der Oberstufe anzufangen, denn das Schulniveau hier kann man wirklich in keinster Weise dem deutschen gleichsetzen.