Es wurde gewünscht, mal wieder den Blog mit frischen Infos zu aktualisieren und das wird jetzt endlich umgesetzt! Der Grund: Es ist ein sonniger, verhältnismäßig kühler Freitagnachmittag, die Woche ist rum, vor uns liegt ein langes Wochenende und es gibt eigentlich nichts besseres zu tun, als auf den Abend zu warten.
Mein argentinisches Leben ist ein Knüller, das kann ich nicht anders sagen. Es besteht im Wesentlichen aus ein bisschen Schule, die aber in einer Woche auch schon vorbei ist, Mate trinken und ganz viel Spaß! In Argentinien lebt man eigentlich nur für die Wochenenden habe ich das Gefühl. Am Montag ist schon wieder im Gespräch, was man am Freitag macht.
Außerdem ist jetzt endgültig der Sommer eingezogen: Es sind fast jeden Tag 30 °C und nach der Schule springt man erstmal in den Pool um sich abzukühlen. Eine echte Lieblingsbeschäftigung der Leute hier: Sonnenbaden. Meine arme, weiße, deutsche Haut hat das am Anfang nicht so gut mitgemacht, da hab ich mich erstmal vom Feinsten verbrannt. Aber sie gewöhnt sich langsam daran, sodass mein Teint jetzt langsam auch ein bisschen weniger deutsch wird.
Ich gehe jetzt außerdem 2-3 x die Woche zum Reiten, was mir echte Glücksmomente beschert! Außerdem erfüllt sich damit ein großer Traum von mir: Ich lerne endlich Springreiten!
Weiterhin gehe ich immer brav ins Fitnessstudio, was mir zu meiner eigenen Überraschung wirklich Spaß macht! Einerseits weil ich mich danach einfach ausgepowert und gut fühle, andererseits, weil ich dort schon neue Bekanntschaften gemacht habe und es immer sehr lustig ist! Auch mein Trainer ist ein superlustiger, lieber Kerl. Ich hab ihn schon richtig lieb gewonnen.
Neulich bin ich übrigens mit allen Austauschschülern aus meinem Distrikt nach Uruguay gefahren. Für genau 1 h... Die Zeit war ein bisschen sehr knapp, um das Land wirklich kennenzulernen. Aber dafür waren wir auch nicht da. Wir mussten nur einmal über die Grenze, um unsere Visa zu erneuern. Also sind wir 8 h hingefahren und dann fast direkt denselben Weg wieder zurück. Aber trotz der nervigen Busfahrerei hatten wir alle eine ziemlich gute Zeit, wie ich finde. Ist ja auch kaum anders möglich wenn 50 Jugendliche aus aller Welt in einem Bus zusammengepfercht sind. ;)
Außerdem für mich ein besonderes Highlight, weil ich meine Berliner Freundin Layla wiedersehen konnte, die auch gerade über Rotary in Argentinien in einer Nachbarstadt von mir ist. Besuchswochenenden sind schon in Planung!
Sofie, Pierre un ich gehen seit kurzem jeden Samstagnachmittag ins "Armenviertel" zu einer Kapelle, um dort bei einem Sozialprojekt zu helfen. Es kommen nämlich jeden Samstag die Kinder aus dem Viertel dorthin um Kuchen zu essen und Kakao zu trinken. Es ist schon schockierend, was für große soziale Unterschiede es in einer so kleinen Stadt wie der meinen gibt! Man fährt nur 10 min mit dem Auto und fühlt sich schon wie in einer anderen Welt.
Was ebenfalls schockierend ist: In weniger als einem Monat ist Weihnachten, das kann ich mir so garnicht vorstellen. Ich schwitze mit hier einen ab, während meine Familie daheim auf den Weihnachtsmarkt geht. Verrückt.
Freitag, 25. November 2011
Dienstag, 1. November 2011
BUENOS AIRES und Camping!
Es gibt schon wieder so viel zu erzählen. Hinter mir liegt ein wundervoller Wochenendtrip nach Buenos Aires. Am Donnerstag letzter Woche bin ich mit meinem Gastbruder Martin im Auto 5 h in die Hauptstadt gefahren, wo wir bei seiner meiner Gastschwester Luci gewohnt haben, die ja in Buenos Aires lebt und arbeitet. Sie hat dort eine nette, sehr kleine aber für eine Person vollkommen ausreichende Wohnung im Stadtviertel Belgrano.
Gleich nachdem wir angekommen waren, haben wir uns erstmal was gekocht und sind dann nach dem Essen auf eine erste Besichtigungstour bei Nacht mit dem Auto zum Hafen gefahren. Das war wirklich ein toller Anblick: Die Stadt mit all den Lichtern, die sich im Wasser spiegeln. Und auch um die späte Uhrzeit hat der verrückte Verkehr, der dort überall herrscht, kein bisschen nachgelassen! Ich habe den Eindruck, diese Stadt schläft wirklich nie! Buenos Aires ist riesig, nicht im geringsten vergleichbar mit Berlin.
Am nächsten Tag haben wir dann Luci zur Arbeit gebracht und ich bin erstmal mit Martin ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Die ist nicht wirklich schön, ziemlich dreckig, viele etwas heruntergekommene mehrstöckige Hochhäuser. Aber irgendwie hat es schon was...
Später haben wir uns dann mit Luci und ihren Freundinnen auf einen Snack getroffen und abends waren wir 3 „Geschwister“ im Theater Konex, das eigentlich mehr ein Kulturzentrum für die alternative Szene in einem ziemlich heruntergekommenen Viertel ist.
Das Stück, was wir uns angeguckt haben, war wirklich beeindruckend: Eine Gruppe von Tänzern, die aber irgendwie alles konnten: Tanzen, Singen, sämtliche Perkussionsinstrumente spielen, schauspielern. War wirklich eine tolle Show!
Danach waren wir dann noch im Prenzlauer Berg von Buenos Aires, Palermo, Pizza essen und sind dort ein bisschen durch die Straßen gelaufen, in denen sich eine Bar an die nächste anschließt, alle brechend voll.
In genau diesem Viertel waren wir fast den gesamten nächsten Tag. Denn wundersamer Weise verwandeln sich die Clubs tagsüber in Modegeschäfte, wo junge Leute, Studenten und Einsteiger der Modebranche ihre Klamotten verkaufen und das alles zu einem sehr fairen Preis. Ein echtes Shoppingparadies!
Abends waren wir drei auf der Geburtstagsfeier einer Freundin von Luci, wo wir einen schönen und lustigen Abend verbracht haben.
Ansonsten ist nicht mehr viel passiert. Am Montagmorgen sind mein Bruder und ich zurück nach Trenque gefahren.
In Trenque bin ich genau 3 Tage geblieben, denn am Donnerstagmorgen ging es dann ab zum Camping. Das war ein Camping mit c.a. 400 Jugendlichen, genannt „Campamento de Valores“, das von der Regierung organisiert wird.
Ich bin mit einer großen Gruppe von Mädchen aus meiner Schule gefahren. Es war wirklich eine tolle Zeit! Wir haben uns alle super verstanden und hatten sehr viel Spaß!
Das Programm bestand im Wesentlichen aus Vorträgen von Sozialorganisationen etc. Wir mussten auch Plakate erstellen usw. Dazwischen haben wir dann alle auf der riesigen Wiese gesessen und mit unseren Aufsehern, die ich übrigens auch richtig ins Herz geschlossen habe in der kurzen Zeit, Mate getrunken und Kekse gegessen.
Morgens, mittags, nachmittags und abends haben sich immer alle in einer Art Scheune mit Dach, aber ohne Seitenwände eingefunden um zu essen. (Man sehe sich den Link an, es waren nämlich pausenlos Fernsehkameras um einen rum, da kam man sich i-wie cool vor ;))
http://www.youtube.com/watch?feature=share&v=V37dwwbE5IQ&gl=AR
Man kann sich nicht die Stimmung vorstellen, die da herrschte! Aber man kann es in etwa so beschreiben: Ein Tisch fängt an, einen Rythmus zu klopfen oder irgendeinen Anfeuerungsruf zu rufen und innerhalb von 1 Minute macht der ganze Saal mit. Man konnte also kaum sein eigenes Wort verstehen. Das ist sowas von typisch Argentinien! Ich liebe es, ich fühle mich hier sowas von richtig, als würde ich hier schon immer leben. Ein Land voller Verrückter, das sagt sogar die Präsidentin selbst.
http://www.youtube.com/watch?v=1IFmzLDjcY8
(Die Fotos sind alle bei facebook!)
Montag, 10. Oktober 2011
1. Rotary Orientation und Mar del Plata
Es liegt ein wirklich sehr tolles Wochenende hinter mir mit vielen neuen Eindrücken!
Am Samstag bin ich mit meinen Gasteltern zur 1. Rotary Orientation gefahren, die etwa 5 Stunden entfernt in einer ziemlich hässlichen Stadt stattgefunden hat, an deren Namen ich mich absolut nicht erinnern kann. Sofie, Pierre, Maxi und Martina sind natürlich auch mitgekommen. Versammelt waren schließlich alle Austauschschüler aus meinem Distrikt, ein Großteil davon mit seinen Gasteltern, als auch Argentinier, die vorhaben, einen Austausch zu machen und auch diejenigen, die diesen schon hinter sich haben. Ehrlich gesagt haben wir alle wohl nicht sehr viel von den tausenden von Vorträgen und Präsentationen mitbekommen. Einerseits, weil fast alles auf Spanisch war und andereseits weil es natürlich viel reizvoller war, sich mit seinen Tischnachbarn aus aller Welt zu unterhalten. Jetzt habe ich also schon einmal einen ersten Eindruck von den ganzen Jugendlichen bekommen. Der Großteil scheint sehr sympathisch aber es gibt natürlich auch ein paar merkwürdige Exemplare...
Unter den Austauschschülern sind erstaunlich viele Belgier. Ansonsten viele aus den USA und eigentlich aus aller Welt. Insgesamt sind wir sieben Deutsche, alles Mädchen.
Auf jeden Fall freue ich mich jetzt schon sehr auf die beiden Reisen, die ich ja mit diesen Jugendlichen machen werde: Die Reise in den Süden wird im Dezember stattfinden und 11 Tage dauern, die in den Norden dauert 28 Tage und ist im Februar. Das wird mit Sicherheit eine tolle Zeit!
Nach der Orientation sind wir nach Mar del Plata gefahren. Wir, das sind Sofie mit ihrer Familie, ich mit meinen Gasteltern und Pierre. In der Küstenstadt angekommen haben wir dann unsere Hotelzimmer bezogen und uns in ein Schnellrestaurant (vergleichbar mit Vapiano) geschleppt, obwohl wir Jugendlichen alle todmüde waren. Das war auch nicht anders zu erwarten, denn obwohl wir am Samstagmorgen um 5 Uhr aufstehen mussten, sind wir alle am Freitagabend noch mit Freunden weggegangen und hatten dementsprechend so gut wie keinen Schlaf.
Am nächsten Tag sind wir dann nach einem ausgiebigen Hotelfrühstück Pierre abholen gefahren, der in einer rotarischen Familie übernachtet hat, da alle Hotels über das lange Wochenende ausgebucht waren. So haben wir dann noch gleich den amerikanischen Austauschschüler Andrew wiedergetroffen, den wir schon am Samstag kennengelernt hatten. Ein sehr sympathischer Junge. Er und sein Gastbruder haben uns gleich eingeladen, am Abend mit ihnen wegzugehen, was unsere Eltern aber leider nicht erlaubt haben. Das hat uns natürlich weniger gut gefallen, aber wir mussten uns auch eingestehen, dass diese Einstellung durchaus verständlich war. Welche Eltern würden ihre Kinder schon in einer fremden Stadt weggehen lassen, mit Leuten, die sie kaum kennen?! Den restlichen Tag haben wir bei scheusslichstem Wetter mit Shopping und Stadtbesichtigung verbracht. Unter anderem waren wir natürlich auch am Hafen, wo wir von einer Gruppe Walrossen überrascht wurden, die sich dort mitten auf dem Pier tummelten und von den wilden Hunden angebellt wurden. Was man in einer Großstadt so alles erleben kann!
Abends waren wir dann Asado (Grillfleisch) essen, für mich gab es Salat. In Mar del Plata werden übrigens die unter den Argentiniern berüchtigten Alfajores der Marke "Havanna" hergestellt, die als die besten des Landes gelten. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, die zu probieren und sie sind in der Tat sehr sehr lecker aber auch unverschämt teuer!
Morgen geht es dann wieder ganz normal in die Schule, das heißt früh aufstehen... Juhu!
(Die Bilder vom Wochenende habe ich bei facebook hochgeladen, daher werde ich sie hier jetzt nicht nochmal extra einfügen)
Am Samstag bin ich mit meinen Gasteltern zur 1. Rotary Orientation gefahren, die etwa 5 Stunden entfernt in einer ziemlich hässlichen Stadt stattgefunden hat, an deren Namen ich mich absolut nicht erinnern kann. Sofie, Pierre, Maxi und Martina sind natürlich auch mitgekommen. Versammelt waren schließlich alle Austauschschüler aus meinem Distrikt, ein Großteil davon mit seinen Gasteltern, als auch Argentinier, die vorhaben, einen Austausch zu machen und auch diejenigen, die diesen schon hinter sich haben. Ehrlich gesagt haben wir alle wohl nicht sehr viel von den tausenden von Vorträgen und Präsentationen mitbekommen. Einerseits, weil fast alles auf Spanisch war und andereseits weil es natürlich viel reizvoller war, sich mit seinen Tischnachbarn aus aller Welt zu unterhalten. Jetzt habe ich also schon einmal einen ersten Eindruck von den ganzen Jugendlichen bekommen. Der Großteil scheint sehr sympathisch aber es gibt natürlich auch ein paar merkwürdige Exemplare...
Unter den Austauschschülern sind erstaunlich viele Belgier. Ansonsten viele aus den USA und eigentlich aus aller Welt. Insgesamt sind wir sieben Deutsche, alles Mädchen.
Auf jeden Fall freue ich mich jetzt schon sehr auf die beiden Reisen, die ich ja mit diesen Jugendlichen machen werde: Die Reise in den Süden wird im Dezember stattfinden und 11 Tage dauern, die in den Norden dauert 28 Tage und ist im Februar. Das wird mit Sicherheit eine tolle Zeit!
Nach der Orientation sind wir nach Mar del Plata gefahren. Wir, das sind Sofie mit ihrer Familie, ich mit meinen Gasteltern und Pierre. In der Küstenstadt angekommen haben wir dann unsere Hotelzimmer bezogen und uns in ein Schnellrestaurant (vergleichbar mit Vapiano) geschleppt, obwohl wir Jugendlichen alle todmüde waren. Das war auch nicht anders zu erwarten, denn obwohl wir am Samstagmorgen um 5 Uhr aufstehen mussten, sind wir alle am Freitagabend noch mit Freunden weggegangen und hatten dementsprechend so gut wie keinen Schlaf.
Am nächsten Tag sind wir dann nach einem ausgiebigen Hotelfrühstück Pierre abholen gefahren, der in einer rotarischen Familie übernachtet hat, da alle Hotels über das lange Wochenende ausgebucht waren. So haben wir dann noch gleich den amerikanischen Austauschschüler Andrew wiedergetroffen, den wir schon am Samstag kennengelernt hatten. Ein sehr sympathischer Junge. Er und sein Gastbruder haben uns gleich eingeladen, am Abend mit ihnen wegzugehen, was unsere Eltern aber leider nicht erlaubt haben. Das hat uns natürlich weniger gut gefallen, aber wir mussten uns auch eingestehen, dass diese Einstellung durchaus verständlich war. Welche Eltern würden ihre Kinder schon in einer fremden Stadt weggehen lassen, mit Leuten, die sie kaum kennen?! Den restlichen Tag haben wir bei scheusslichstem Wetter mit Shopping und Stadtbesichtigung verbracht. Unter anderem waren wir natürlich auch am Hafen, wo wir von einer Gruppe Walrossen überrascht wurden, die sich dort mitten auf dem Pier tummelten und von den wilden Hunden angebellt wurden. Was man in einer Großstadt so alles erleben kann!
Abends waren wir dann Asado (Grillfleisch) essen, für mich gab es Salat. In Mar del Plata werden übrigens die unter den Argentiniern berüchtigten Alfajores der Marke "Havanna" hergestellt, die als die besten des Landes gelten. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, die zu probieren und sie sind in der Tat sehr sehr lecker aber auch unverschämt teuer!
Morgen geht es dann wieder ganz normal in die Schule, das heißt früh aufstehen... Juhu!
(Die Bilder vom Wochenende habe ich bei facebook hochgeladen, daher werde ich sie hier jetzt nicht nochmal extra einfügen)
Freitag, 30. September 2011
Hmpf. :D
Da bin ich mal wieder. Hmpf.
Es ist zu erwarten, dass ich ab jetzt immer seltener meinen Blog führen werde, weil sich das Leben hier natürlich für mich auch normalisiert und ich niemanden mit meinen Fitnessstudiobesuchen und wöchentlichen Picknicken im Park nerven will. Denn auch wenn das für mich alles sehr schön ist: Darüber zu berichten ist jetzt nicht so super spannend. Aber der Blog wird dann spätestens nach den Rundreisen über den Kontinent ganz sicher wieder aufgenommen! Da wird es bestimmt eine Menge zu erzählen geben!
Seit dem letzen Post ist nicht besonders viel passiert, ehrlich gesagt. Alle Schulen zusammen haben ein riesiges Sportfest organisiert, wobei das sportlichste was ich an diesem Tag gemacht habe war, durch Gesichtverziehen einen Keks von meiner Stirn in meinen Mund zu befördern. Ansonsten saß ich mit meinen Klassenkameraden auf der Wiese neben dem Fußballfeld und habe Mate getrunken.
Das Wochenende war mal wieder ganz herrlich, aber das ist ja nun eigentlich nichts Neues. Am Sonntag bin ich dann mit Sofie, Pierre und Maxi zu einer Rotaryveranstaltung etwas außerhalb von Trenque gefahren, bei der hunderte von Kindern mit ihren Eltern waren um Drachen steigen zu lassen. Das war ein wirklich schönes Bild! Insgesamt ging es darum durch die Veranstaltung Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Eigentlich sollten wir Jugendlichen wohl helfen aber wann immer wir gefragt haben wurde uns nur gesagt, sie bräuchten keine Hilfe mehr. Naja daher war es dann nach 2 Stunden Nichts-Tun ein wenig langweilig...
Nach diesem Nachmittag auf freiem Feld war ich am Montag erstmal krank und lag mit Schnupfen, Husten und Fieber im Bett. In die Schule bin ich erst wieder am Mittwoch gegangen. Nach meinem Powermittwoch lag ich dann gleich wieder auf der Nase, weil ich mir anscheinend doch etwas mehr Zeit zum Auskurieren hätte lassen sollen. Von daher traf es sich ziemlich gut, dass am Donnerstag die Schule ausgefallen ist, auch wenn der Grund dafür weniger schön war. In Buenos Aires haben ein Schüler und seine Mutter einen Lehrer attackiert und sein Gesicht komplett verunstaltet, weil die Mutter dachte, er hätte ihren Sohn schlecht behandeln. Daraufhin haben am Donnerstag alle Lehrer gestreikt, sozusagen für mehr Sicherheit in den Schulen.
Heute ist schließlich Freitag, ich war wieder ganz normal in der Schule, meine Erkältung ist so gut wie weg. Außerdem hatte ich heute das erste Mal meinen Spanisch-Kurs, den ich zusammen mit den anderen Austauschschülern bei einem recht jungen Mann zu Hause mache. Er macht seine Sache sehr gut, wie ich finde: Es ist weniger steifes Konjugationen-Lernen als zusammen Mate trinken und dabei lockere Grammatikübungen machen. Also werde ich ab jetzt jeden Freitag 2 Stunden Spanisch-Unterricht haben.
Jetzt werde ich gleich mit 3 Freundinnen essen gehen, danach zu einer Geburtstagsfeier (Die Cousine von der Freundin einer Freundin) und anschließend noch in den Club.
Hört sich das gut an oder hört sich das gut an, Kinder?
Mittwoch, 21. September 2011
PRIMAVERA!
Ich hatte mal wieder ein tolles Wochenende! Am Freitag war ich - wie ja eigentlich immer - im Club und davor noch mit einer Gruppe von Leuten bei einem Freund zu Hause, wo wir uns alle gegenseitig mit Neon-Leuchtfarbe die Gesichter bemalt haben. Das war ziemlich lustig! Ich gehe gerne mit dieser Gruppe von Leuten weg, u.a. weil die Jungs alle schon einen Führerschein haben, d.h. man kann sich das Geld fürs Taxi sparen.
Am Samstag bin ich dann gleich nachdem ich aufgestanden bin, also so gegen 15.00 Uhr, mit Caro und ihrer Familie in die Nachbarstadt Santa Rosa gefahren, die mit dem Auto ungefähr 1 1/2 Stunden entfernt ist. Wir haben ihre Schwester besucht, die dort studiert und den Tag dort verbracht: Wir sind durchs Zentrum gelaufen, das viel größer ist, als das von Trenque Lauquen. Das ist allerdings auch nicht sehr verwunderlich, da Santa Rosa die Hauptstadt des Distrikts La Pampa ist. Insgesamt es die Stadt aber eher nicht so schön. Da bin ich schon ganz glücklich mit meinem ansehnlichen kleinen Trenque! Abends waren wir dann noch sehr lecker Pizza essen und sind dann wieder zurückgefahren.
Am Dienstag hatten wir dann nicht wirklich Schule, was sehr erfreulich war! Denn, wie ich ja schon erwähnt hatte, wird hier der Frühlingsanfang ganz groß gefeiert, sodass sich am Dienstag die ganze Schule versammelt hat und viele Gruppen von Schülern, vor allem aus den beiden ältesten Jahrgängen, also meinem und dem über mir, Sketche und Tanznummern aufgeführt haben. Und ja - auch ich hab mich so richtig schön zum Deppen gemacht, indem ich mit einer Gruppe von Freunden aus meiner Stufe zu einem Mash-Up aus verschiedenen Liedern getanzt habe. In Deutschland wäre das die Lachnummer schlechthin gewesen aber da man sich hier nicht so Ernst nimmt und eigentlich alle Aufführungen total bekloppt waren, ist es wirklich gut angekommen und wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß! Abends war dann die „Fiesta de la Primavera“, für die sich die Mädchen schon seit über einer Woche die Outfits überlegt hatten. Klar, dass ich das nicht verpassen durfte! Die Feier war zwar auch ganz lustig aber letztendlich auch ein bisschen langweilig und wurde meiner Meinung nach nicht dem Ruf gerecht, der ihr vorauseilt. Heute ist glücklicherweise keine Schule und alle Schüler versammeln sich im großen Park und picknicken, also ein rundum entspannter Tag! Da beneide ich meine lieben Freunde in Berlin garnicht darum, dass sie jetzt für ihre ersten LK-Klausuren lernen müssen!
Donnerstag, 15. September 2011
Immer wieder was Neues!
Ja, jetzt kommt endlich mal wieder ein neuer Post. Ich wollte eigentlich schon die ganze Zeit schreiben, aber da ich hier ziemlich gut auf Trab gehalten werde, habe ich in den letzten Tagen keine Zeit dafür gefunden.
Vielleicht wird das besser nachvollziehbar, wenn ich mal in Kurzfassung meinen Tag schildere. Mein Mittwoch läuft in etwa so ab:
Von 7 bis 12.30 Uhr bin ich in der Schule, dann fahre ich schnell nach Hause zum Mittagessen. Danach muss ich zum Volleyball, direkt von da aus zum Keramik-Kurs und am Abend zum Tango-Kurs. Und die zwei Stunden, die ich dazwischen noch habe, schlafe ich meistens, weil ich hier in der Regel ziemlich spät ins Bett gehe und ziemlich früh wieder aufstehe - so wie alle Jugendlichen. Deswegen ist Mittagsschlaf bzw. Siesta hier absolut üblich. Außerdem darf man ja auch nicht all seine Kraft schon unter der Woche aufbrauchen, die braucht man schließlich noch am Wochenende!
Am Freitagabend war ich das erste Mal hier im Club mit Freunden. Es war wirklich sehr sehr lustig, wenn auch ziemlich anders als die Clubs in der Muddhastadt. Natürlich sehr viel kleiner, etwas provisorisch und komplett andere Musik (Cumbia) und dadurch auch ein sehr anderer Tanzstil. Für die, die was damit anfangen können: Hier wird sowas wie die vereinfachte Form von Friesenrock getanzt. Gegen 5 Uhr Morgens war ich dann auch wieder zu Hause, was hier eigentlich eher früh ist, denn vor zwei Uhr geht man gar nicht los. So waren auch alle ganz entsetzt, als ich die Geburtstagsfeier am Samstag, die ebenfalls ein großer Spaß war, schon um 4 Uhr verlassen musste.
Zwischen den Parties habe ich natürlich viel geschlafen, war aber auch noch mit Freunden im Park Mate trinken und des Öfteren mal „eine Runde durchs Zentrum drehen“ im Truck eines Freundes, natürlich mit offenen Fenstern und lauter Musik. So richtig schön assig!
Am Montag hatte ich dann schulfrei, ebenso wie heute, weil hier Feiertag ist. Deswegen habe ich gestern mit Caro und Maco einen Filmabend mit Unmengen von Eis und Ravioli gemacht. Gleich gehe ich dann Gnocchi essen mit einer Gruppe Freunden aus meiner Klasse.
Was war sonst noch los? Ich war bei meinem ersten Rotary-Meeting was ziemlich langweilig war, aber glücklicherweise waren ja Sofie, Maxi und Pierre auch da, sodass wir uns erfolgreich gegenseitig vom Einschlafen abhalten konnten.
Außerdem war ich am Dienstag das erste Mal zusammen mit Maco und Caro im Fitnessstudio, wo ich ab jetzt 2 x die Woche hingehe. Überraschenderweise habe ich sogar meinen Spaß daran!
Dienstag, 6. September 2011
Don't stop me now, 'cause I'm having a good time!
Mein erstes Wochenende in Trenque ist um und ich bin umso glücklicher hier zu sein.
Am Freitagabend war ich mit dem Franzosen Pierre und seinem Gastbruder Maxi und dessen Freunden etwas im Pub um die Ecke trinken. Da hatte ich gleich die Gelegenheit ein typisches argentinisches Getränk zu probieren, natürlich mit Alkohol. Ich musste aber feststellen, dass ich es nicht mag, also keine Sorge Mama und Papa.
Genauso wenig hat mir dummerweise das Asado geschmeckt, das meine superlieben Klassenkameradinnen und neuen Freundinnen für mich am Samstagabend gemacht haben. Aber obwohl Chorizo und Co. nicht so mein Fall sind, war es trotzdem ein toller Abend. Roxy hatte ihre Gitarre dabei und wir haben alle gesungen und hatten unseren Spaß.
Außerdem ist am Samstag das andere deutsche Mädchen, Sofie, angekommen, die sehr nett ist und der ich zusammen mit Roxy schon ein bisschen die Stadt gezeigt habe.
Am Sonntagabend habe ich mir dann allen Ernstes Harry Potter auf Spanisch angeguckt in dem kleinen Kino hier in der Stadt, was für mich ziemlich lustig war.
Am Montagabend war ich dann das erste Mal beim Sportkurs Volleyball, wo ich ab jetzt 2 x die Woche hingehen werde. Ich bin zwar eindeutig die Schlechteste aber es macht trotzdem Spaß! Auch der Tangokurs am Abend war wieder sehr lustig.
Heute war ich dann mit meiner Gastcousine bei ihrem Make-Up-Kurs, für den ich als Model sitzen durfte, was wirklich Spaß gemacht hat! Allerdings wären mir 2 Stunden Schminkzeit jeden Morgen doch etwas aufwändig...
Ansonsten bin ich schon sehr gespannt auf nächsten Samstag, weil da die Geburtstagsfeier einer Klassenkameradin ansteht. Die Party ist jetzt schon Gesprächsthema Nr.1, denn das Mädchen ist für ihre guten Parties bekannt.
Heute Abend gehe ich das 1. Mal zu Rotary, muss aber glücklicherweise noch nicht meinen Vortrag halten. Mir wurde gesagt, das hätte noch Zeit, bis wir Austauschschüler alle ein bisschen sicherer im Spanischen wären.
Freitag, 2. September 2011
Schule und anderes Zeugs
So kurze Zeit bin ich erst hier und es ist schon so viel passiert! Und auch wenn das verrückt klingt, merke ich jetzt schon, dass ich jeden Tag ein bisschen besser verstehe, womit mich die Argentinier volltexten, auch wenn es ziemlich schwer ist. Aber alle Leute, die ich kennenlerne, geben sich unglaubliche Mühe, ihr Sprechtempo für mich zu halbieren oder sogar Englisch zu sprechen, was hier wirklich eine Rarität ist! Ich kann besser Spanisch als die meisten Argentinier Englisch und das will schon was heißen!
Da ich bis heute keine Schule hatte, habe ich bis jetzt nicht viel gemacht... hauptsächlich habe ich Mate mit meiner „abuela“ getrunken und mich von meinem Gastbruder jeden Abend mit einer anderen argentinischen Süßigkeit aus dem Kiosk meiner Gasteltern versorgen lassen („Das musst du probieren!“).
Und ich habe schon so viele nette Menschen kennengelernt! Es ist wirklich wahr, was man über die Südamerikaner sagt: Sie sind unglaublich offen und herzlich.
Heute war ich das erste Mal in der Schule und wurde sofort in die Mädchengruppe aufgenommen und über mein ganzes Leben ausgefragt. Zum Glück sitze ich neben einem sehr netten Mädchen namens Roxy, die ungewöhnlich gut Englisch spricht und mir ein bisschen dolmetscht, damit ich bei den 1000 Fragen nicht komplett durcheinander komme.
Ein besonderer Reiz besteht für meine neuen Klassenkameraden offenbar darin, deutsche Schimpfwörter zu lernen und mir dafür die spanischen zu erklären. Das ist ziemlich lustig!
Die Schule ist hier komplett anders als in Deutschland! Jeder neue Lehrer begrüßt mich hier mit Küsschen auf die Wange und der Unterricht ist eigentlich nicht wirklich ernst zu nehmen, weil niemand aufpasst und alle sich unterhalten, essen, mit ihren Handys spielen und sogar mitten im Unterricht aufstehen und herumlaufen.
Dann gab es gestern noch ein besonderes Highlight, bzw. zwei: Ich bin zum ersten Mal zu einem Tangokurs gegangen. Das mache ich zusammen mit einem französischen Austauschschüler (Pierre) und seinen Gastgeschwistern. Alle drei sind super nett und der Tangokurs mit ihnen war extrem lustig. Gleich danach bin ich mit meinem Gastbruder ins Theater gegangen, wo eine Artistengruppe auftrat, die die verrücktesten Kunststücke mit Kleidung veranstalten. Das war wirklich eine beeindruckende Show!
Jetzt freu ich mich schon sehr aufs Wochenende, denn für die Argentinier ist es Standart, an den Wochenenden bis 7 Uhr morgens zu feiern und dank der Offenheit der Jugendlichen hier habe ich schon mehrere „Angebote“. Ich bin sehr gespannt!
Übrigens ist es hier schon ziemlich frühlingshaft. Um die 15°C und Sonne, also fast so wie in Deutschland. Im Sommer wird er hier allerdings extrem heiß: t.w. über 40°C!!!
Sonntag, 28. August 2011
Samstag, 27. August 2011
Ankommen!
Ja jetzt wird richtig Ernst! Gestern Abend haben meine Liebsten, d.h. meine Familie und meine wundervollen Freunde, mich zum Flughafen gebracht, von wo aus ich erst nach Frankfurt und dann nach Buenos Aires fliegen würde. Vielen Dank nochmal an alle, die da waren und alle, die es versucht haben ;)
Das hat mir wirklich viel bedeutet! Der Abschied verlief für mich sogar ziemlich schmerzlos, was zum einen ein bisschen am Zeitdruck, zum anderen sicherlich auch an meiner Aufregung lag. Die ersten - und bisher auch einzigen! - Tränen kullerten bei mir im Flieger nach Frankfurt während wir mitten durch ein berauschendes Gewitter flogen, das den Frankfurter Flugverkehr erst einmal für 1 h lahm legen sollte. Mein Reiseglück ließ mich im nächsten Flugzeug auch wieder gehörig im Stich, in dem wir aufgrund einer Fehlbeladung des Gepäcks 3 h saßen, ohne das wir losfliegen konnten. Der Flug an sich ging dann rasend schnell vorbei.. es kam mir eher wie 5 statt 14 h vor! Gut war auch, dass ich nicht alleine sondern mit einer großen Gruppe von anderen Austauschschülern geflogen bin, darunter auch ein Bekannter aus K-Town. Das nimmt einem doch schon stark die Aufregung wenn man nicht so alleine unterwegs ist ans andere Ende der Welt.
Jedenfalls kamen wir schließlich nach Ortszeit um 11.00 Uhr morgens in Buenos Aires an, wo ich schon mit einem riesigen "BIENVENIDO SWAANI"- Schild von meiner Gastfamilie empfangen wurde. Wir sind dann erstmal weitere 5 h mit dem Auto nach Trenque Lauquen gefahren, der Ort, in dem ich jetzt wohne. Hier ist es wirklich toll! Es sind zwar nur 40.000 Einwohner aber das ist immerhin schon doppelt so groß wie Kleinmachnow! Es gibt ein Zentrum mit einer großen Allee, wo sich so ziemlich alle Geschäfte befinden. Ich wohne garnicht weit davon in einem sehr schönen kleinen Stadthäuschen. Ich habe ein supertolles Zimmer mit Balkon zur Straße hin und sogar einem eigenen Fernseher! Wir haben sogar einen Pool im Garten! Meine Gastfamilie ist super super lieb! Ich habe eine 28-jährige Gastschwester, die aber eigentlich in Buenos Aires lebt und einen 30-jährigen Gastbruder, der im Familienbetrieb - 2 Drugstores - mithilft. Auch meine Eltern und die Oma sind sehr nett! Noch ganz kurz die wahrscheinlich wichtigste Information zum Schluss: Jeder, der irgendwie die Gelegenheit bekommen sollte, MUSS "dulce e leche" probieren! Ich glaube, ich habe selten etwas so leckeres gegessen! Ich werd jetzt mal ganz schnell ins Bett gehen, hier ist es gerade 22.30 Uhr, das heißt in Deutschland halb 4 morgens!
Das hat mir wirklich viel bedeutet! Der Abschied verlief für mich sogar ziemlich schmerzlos, was zum einen ein bisschen am Zeitdruck, zum anderen sicherlich auch an meiner Aufregung lag. Die ersten - und bisher auch einzigen! - Tränen kullerten bei mir im Flieger nach Frankfurt während wir mitten durch ein berauschendes Gewitter flogen, das den Frankfurter Flugverkehr erst einmal für 1 h lahm legen sollte. Mein Reiseglück ließ mich im nächsten Flugzeug auch wieder gehörig im Stich, in dem wir aufgrund einer Fehlbeladung des Gepäcks 3 h saßen, ohne das wir losfliegen konnten. Der Flug an sich ging dann rasend schnell vorbei.. es kam mir eher wie 5 statt 14 h vor! Gut war auch, dass ich nicht alleine sondern mit einer großen Gruppe von anderen Austauschschülern geflogen bin, darunter auch ein Bekannter aus K-Town. Das nimmt einem doch schon stark die Aufregung wenn man nicht so alleine unterwegs ist ans andere Ende der Welt.
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