Freitag, 30. September 2011

Hmpf. :D


Da bin ich mal wieder. Hmpf. 
Es ist zu erwarten, dass ich ab jetzt immer seltener meinen Blog führen werde, weil sich das Leben hier natürlich für mich auch normalisiert und ich niemanden mit meinen Fitnessstudiobesuchen und wöchentlichen Picknicken im Park nerven will. Denn auch wenn das für mich alles sehr schön ist: Darüber zu berichten ist jetzt nicht so super spannend. Aber der Blog wird dann spätestens nach den Rundreisen über den Kontinent ganz sicher wieder aufgenommen! Da wird es bestimmt eine Menge zu erzählen geben!
Seit dem letzen Post ist nicht besonders viel passiert, ehrlich gesagt. Alle Schulen zusammen haben ein riesiges Sportfest organisiert, wobei das sportlichste was ich an diesem Tag gemacht habe war, durch Gesichtverziehen einen Keks von meiner Stirn in meinen Mund zu befördern. Ansonsten saß ich mit meinen Klassenkameraden auf der Wiese neben dem Fußballfeld und habe Mate getrunken. 


Das Wochenende war mal wieder ganz herrlich, aber das ist ja nun eigentlich nichts Neues. Am Sonntag bin ich dann mit Sofie, Pierre und Maxi zu einer Rotaryveranstaltung etwas außerhalb von Trenque gefahren, bei der hunderte von Kindern mit ihren Eltern waren um Drachen steigen zu lassen. Das war ein wirklich schönes Bild! Insgesamt ging es darum durch die Veranstaltung Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Eigentlich sollten wir Jugendlichen wohl helfen aber wann immer wir gefragt haben wurde uns nur gesagt, sie bräuchten keine Hilfe mehr. Naja daher war es dann nach 2 Stunden Nichts-Tun ein wenig langweilig...


Nach diesem Nachmittag auf freiem Feld war ich am Montag erstmal krank und lag mit Schnupfen, Husten und Fieber im Bett. In die Schule bin ich erst wieder am Mittwoch gegangen. Nach meinem Powermittwoch lag ich dann gleich wieder auf der Nase, weil ich mir anscheinend doch etwas mehr Zeit zum Auskurieren hätte lassen sollen. Von daher traf es sich ziemlich gut, dass am Donnerstag die Schule ausgefallen ist, auch wenn der Grund dafür weniger schön war. In Buenos Aires haben ein Schüler und seine Mutter einen Lehrer attackiert und sein Gesicht komplett verunstaltet, weil die Mutter dachte, er hätte ihren Sohn schlecht behandeln. Daraufhin haben am Donnerstag alle Lehrer gestreikt, sozusagen für mehr Sicherheit in den Schulen. 
Heute ist schließlich Freitag, ich war wieder ganz normal in der Schule, meine Erkältung ist so gut wie weg. Außerdem hatte ich heute das erste Mal meinen Spanisch-Kurs, den ich zusammen mit den anderen Austauschschülern bei einem recht jungen Mann zu Hause mache. Er macht seine Sache sehr gut, wie ich finde: Es ist weniger steifes Konjugationen-Lernen als zusammen Mate trinken und dabei lockere Grammatikübungen machen. Also werde ich ab jetzt jeden Freitag 2 Stunden Spanisch-Unterricht haben. 
Jetzt werde ich gleich mit 3 Freundinnen essen gehen, danach zu einer Geburtstagsfeier (Die Cousine von der Freundin einer Freundin) und anschließend noch in den Club. 
Hört sich das gut an oder hört sich das gut an, Kinder? 

Mittwoch, 21. September 2011

PRIMAVERA!


Ich hatte mal wieder ein tolles Wochenende! Am Freitag war ich - wie ja eigentlich immer - im Club und davor noch mit einer Gruppe von Leuten bei einem Freund zu Hause, wo wir uns alle gegenseitig mit Neon-Leuchtfarbe die Gesichter bemalt haben. Das war ziemlich lustig! Ich gehe gerne mit dieser Gruppe von Leuten weg, u.a. weil die Jungs alle schon einen Führerschein haben, d.h. man kann sich das Geld fürs Taxi sparen.
Am Samstag bin ich dann gleich nachdem ich aufgestanden bin, also so gegen 15.00 Uhr, mit Caro und ihrer Familie in die Nachbarstadt Santa Rosa gefahren, die mit dem Auto ungefähr 1 1/2 Stunden entfernt ist. Wir haben ihre Schwester besucht, die dort studiert und den Tag dort verbracht: Wir sind durchs Zentrum gelaufen, das viel größer ist, als das von Trenque Lauquen. Das ist allerdings auch nicht sehr verwunderlich, da Santa Rosa die Hauptstadt des Distrikts La Pampa ist. Insgesamt es die Stadt aber eher nicht so schön. Da bin ich schon ganz glücklich mit meinem ansehnlichen kleinen Trenque! Abends waren wir dann noch sehr lecker Pizza essen und sind dann wieder zurückgefahren. 




Am Dienstag hatten wir dann nicht wirklich Schule, was sehr erfreulich war! Denn, wie ich ja schon erwähnt hatte, wird hier der Frühlingsanfang ganz groß gefeiert, sodass sich am Dienstag die ganze Schule versammelt hat und viele Gruppen von Schülern, vor allem aus den beiden ältesten Jahrgängen, also meinem und dem über mir, Sketche und Tanznummern aufgeführt haben. Und ja - auch ich hab mich so richtig schön zum Deppen gemacht, indem ich mit einer Gruppe von Freunden aus meiner Stufe zu einem Mash-Up aus verschiedenen Liedern getanzt habe. In Deutschland wäre das die Lachnummer schlechthin gewesen aber da man sich hier nicht so Ernst nimmt und eigentlich alle Aufführungen total bekloppt waren, ist es wirklich gut angekommen und wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß! Abends war dann die „Fiesta de la Primavera“, für die sich die Mädchen schon seit über einer Woche die Outfits überlegt hatten. Klar, dass ich das nicht verpassen durfte! Die Feier war zwar auch ganz lustig aber letztendlich auch ein bisschen langweilig und wurde meiner Meinung nach nicht dem Ruf gerecht, der ihr vorauseilt. Heute ist glücklicherweise keine Schule und alle Schüler versammeln sich im großen Park und picknicken, also ein rundum entspannter Tag! Da beneide ich meine lieben Freunde in Berlin garnicht darum, dass sie jetzt für ihre ersten LK-Klausuren lernen müssen! 

Donnerstag, 15. September 2011

Immer wieder was Neues!


Ja, jetzt kommt endlich mal wieder ein neuer Post. Ich wollte eigentlich schon die ganze Zeit schreiben, aber da ich hier ziemlich gut auf Trab gehalten werde, habe ich in den letzten Tagen keine Zeit dafür gefunden. 
Vielleicht wird das besser nachvollziehbar, wenn ich mal in Kurzfassung meinen Tag schildere. Mein Mittwoch läuft in etwa so ab: 
Von 7 bis 12.30 Uhr bin ich in der Schule, dann fahre ich schnell nach Hause zum Mittagessen. Danach muss ich zum Volleyball, direkt von da aus zum Keramik-Kurs und  am Abend zum Tango-Kurs. Und die zwei Stunden, die ich dazwischen noch habe, schlafe ich meistens, weil ich hier in der Regel ziemlich spät ins Bett gehe und ziemlich früh wieder aufstehe - so wie alle Jugendlichen. Deswegen ist Mittagsschlaf bzw. Siesta hier absolut üblich. Außerdem darf man ja auch nicht all seine Kraft schon unter der Woche aufbrauchen, die braucht man schließlich noch am Wochenende!
Am Freitagabend war ich das erste Mal hier im Club mit Freunden. Es war wirklich sehr sehr lustig, wenn auch ziemlich anders als die Clubs in der Muddhastadt. Natürlich sehr viel kleiner, etwas provisorisch und komplett andere Musik (Cumbia) und dadurch auch ein sehr anderer Tanzstil. Für die, die was damit anfangen können: Hier wird sowas wie die vereinfachte Form von Friesenrock getanzt. Gegen 5 Uhr Morgens war ich dann auch wieder zu Hause, was hier eigentlich eher früh ist, denn vor zwei Uhr geht man gar nicht los. So waren auch alle ganz entsetzt, als ich die Geburtstagsfeier am Samstag, die ebenfalls ein großer Spaß war, schon um 4 Uhr verlassen musste. 
Zwischen den Parties habe ich natürlich viel geschlafen, war aber auch noch mit Freunden  im Park Mate trinken und des Öfteren mal „eine Runde durchs Zentrum drehen“ im Truck eines Freundes, natürlich mit offenen Fenstern und lauter Musik. So richtig schön assig! 
Am Montag hatte ich dann schulfrei, ebenso wie heute, weil hier Feiertag ist. Deswegen habe ich gestern mit Caro und Maco einen Filmabend mit Unmengen von Eis und Ravioli gemacht. Gleich gehe ich dann Gnocchi essen mit einer Gruppe Freunden aus meiner Klasse. 
Was war sonst noch los? Ich war bei meinem ersten Rotary-Meeting was ziemlich langweilig war, aber glücklicherweise waren ja Sofie, Maxi und Pierre auch da, sodass wir uns erfolgreich gegenseitig vom Einschlafen abhalten konnten. 
Außerdem war ich am Dienstag das erste Mal zusammen mit Maco und Caro im Fitnessstudio, wo ich ab jetzt 2 x die Woche hingehe. Überraschenderweise habe ich sogar meinen Spaß daran!

Dienstag, 6. September 2011

Don't stop me now, 'cause I'm having a good time!

Mein erstes Wochenende in Trenque ist um und ich bin umso glücklicher hier zu sein. 
Am Freitagabend war ich mit dem Franzosen Pierre und seinem Gastbruder Maxi und dessen Freunden etwas im Pub um die Ecke trinken. Da hatte ich gleich die Gelegenheit ein typisches argentinisches Getränk zu probieren, natürlich mit Alkohol. Ich musste aber feststellen, dass ich es nicht mag, also keine Sorge Mama und Papa.
Genauso wenig hat mir dummerweise das Asado geschmeckt, das meine superlieben Klassenkameradinnen und neuen Freundinnen für mich am Samstagabend gemacht haben. Aber obwohl Chorizo und Co. nicht so mein Fall sind, war es trotzdem ein toller Abend. Roxy hatte ihre Gitarre dabei und wir haben alle gesungen und hatten unseren Spaß. 
Außerdem ist am Samstag das andere deutsche Mädchen, Sofie, angekommen, die sehr nett ist und der ich zusammen mit Roxy schon ein bisschen die Stadt gezeigt habe. 
Am Sonntagabend habe ich mir dann allen Ernstes Harry Potter auf Spanisch angeguckt in dem kleinen Kino hier in der Stadt, was für mich ziemlich lustig war. 
Am Montagabend war ich dann das erste Mal beim Sportkurs Volleyball, wo ich ab jetzt 2 x die Woche hingehen werde. Ich bin zwar eindeutig die Schlechteste aber es macht trotzdem Spaß! Auch der Tangokurs am Abend war wieder sehr lustig. 
Heute war ich dann mit meiner Gastcousine bei ihrem Make-Up-Kurs, für den ich als Model sitzen durfte, was wirklich Spaß gemacht hat! Allerdings wären mir 2 Stunden Schminkzeit jeden Morgen doch etwas aufwändig... 
Ansonsten bin ich schon sehr gespannt auf nächsten Samstag, weil da die Geburtstagsfeier einer Klassenkameradin ansteht. Die Party ist jetzt schon Gesprächsthema Nr.1, denn das Mädchen ist für ihre guten Parties bekannt. 
Heute Abend gehe ich das 1. Mal zu Rotary, muss aber glücklicherweise noch nicht meinen Vortrag halten. Mir wurde gesagt, das hätte noch Zeit, bis wir Austauschschüler alle ein bisschen sicherer im Spanischen wären. 

Freitag, 2. September 2011

Schule und anderes Zeugs


So kurze Zeit bin ich erst hier und es ist schon so viel passiert! Und auch wenn das verrückt klingt, merke ich jetzt schon, dass ich jeden Tag ein bisschen besser verstehe, womit mich die Argentinier volltexten, auch wenn es ziemlich schwer ist. Aber alle Leute, die ich kennenlerne, geben sich unglaubliche Mühe, ihr Sprechtempo für mich zu halbieren oder sogar Englisch zu sprechen, was hier wirklich eine Rarität ist! Ich kann besser Spanisch als die meisten Argentinier Englisch und das will schon was heißen!
Da ich bis heute keine Schule hatte, habe ich bis jetzt nicht viel gemacht... hauptsächlich habe ich Mate mit meiner „abuela“ getrunken und mich von meinem Gastbruder jeden Abend mit einer anderen argentinischen Süßigkeit aus dem Kiosk meiner Gasteltern versorgen lassen („Das musst du probieren!“). 
Und ich habe schon so viele nette Menschen kennengelernt! Es ist wirklich wahr, was man über die Südamerikaner sagt: Sie sind unglaublich offen und herzlich. 
Heute war ich das erste Mal in der Schule und wurde sofort in die Mädchengruppe aufgenommen und über mein ganzes Leben ausgefragt. Zum Glück sitze ich neben einem sehr netten Mädchen namens Roxy, die ungewöhnlich gut Englisch spricht und mir ein bisschen dolmetscht, damit ich bei den 1000 Fragen nicht komplett durcheinander komme. 
Ein besonderer Reiz besteht für meine neuen Klassenkameraden offenbar darin, deutsche  Schimpfwörter zu lernen und mir dafür die spanischen zu erklären. Das ist ziemlich lustig! 
Die Schule ist hier komplett anders als in Deutschland! Jeder neue Lehrer begrüßt mich hier mit Küsschen auf die Wange und der Unterricht ist eigentlich nicht wirklich ernst zu nehmen, weil niemand aufpasst und alle sich unterhalten, essen, mit ihren Handys spielen und sogar mitten im Unterricht aufstehen und herumlaufen. 
Dann gab es gestern noch ein besonderes Highlight, bzw. zwei: Ich bin zum ersten Mal zu einem Tangokurs gegangen. Das mache ich zusammen mit einem französischen Austauschschüler (Pierre) und seinen Gastgeschwistern. Alle drei sind super nett und der Tangokurs mit ihnen war extrem lustig. Gleich danach bin ich mit meinem Gastbruder ins Theater gegangen, wo eine Artistengruppe auftrat, die die verrücktesten Kunststücke mit Kleidung veranstalten. Das war wirklich eine beeindruckende Show! 
Jetzt freu ich mich schon sehr aufs Wochenende, denn für die Argentinier ist es Standart, an den Wochenenden bis 7 Uhr morgens zu feiern und dank der Offenheit der Jugendlichen hier habe ich schon mehrere „Angebote“. Ich bin sehr gespannt! 
Übrigens ist es hier schon ziemlich frühlingshaft. Um die 15°C und Sonne, also fast so wie in Deutschland. Im Sommer wird er hier allerdings extrem heiß: t.w. über 40°C!!!