Freitag, 2. September 2011

Schule und anderes Zeugs


So kurze Zeit bin ich erst hier und es ist schon so viel passiert! Und auch wenn das verrückt klingt, merke ich jetzt schon, dass ich jeden Tag ein bisschen besser verstehe, womit mich die Argentinier volltexten, auch wenn es ziemlich schwer ist. Aber alle Leute, die ich kennenlerne, geben sich unglaubliche Mühe, ihr Sprechtempo für mich zu halbieren oder sogar Englisch zu sprechen, was hier wirklich eine Rarität ist! Ich kann besser Spanisch als die meisten Argentinier Englisch und das will schon was heißen!
Da ich bis heute keine Schule hatte, habe ich bis jetzt nicht viel gemacht... hauptsächlich habe ich Mate mit meiner „abuela“ getrunken und mich von meinem Gastbruder jeden Abend mit einer anderen argentinischen Süßigkeit aus dem Kiosk meiner Gasteltern versorgen lassen („Das musst du probieren!“). 
Und ich habe schon so viele nette Menschen kennengelernt! Es ist wirklich wahr, was man über die Südamerikaner sagt: Sie sind unglaublich offen und herzlich. 
Heute war ich das erste Mal in der Schule und wurde sofort in die Mädchengruppe aufgenommen und über mein ganzes Leben ausgefragt. Zum Glück sitze ich neben einem sehr netten Mädchen namens Roxy, die ungewöhnlich gut Englisch spricht und mir ein bisschen dolmetscht, damit ich bei den 1000 Fragen nicht komplett durcheinander komme. 
Ein besonderer Reiz besteht für meine neuen Klassenkameraden offenbar darin, deutsche  Schimpfwörter zu lernen und mir dafür die spanischen zu erklären. Das ist ziemlich lustig! 
Die Schule ist hier komplett anders als in Deutschland! Jeder neue Lehrer begrüßt mich hier mit Küsschen auf die Wange und der Unterricht ist eigentlich nicht wirklich ernst zu nehmen, weil niemand aufpasst und alle sich unterhalten, essen, mit ihren Handys spielen und sogar mitten im Unterricht aufstehen und herumlaufen. 
Dann gab es gestern noch ein besonderes Highlight, bzw. zwei: Ich bin zum ersten Mal zu einem Tangokurs gegangen. Das mache ich zusammen mit einem französischen Austauschschüler (Pierre) und seinen Gastgeschwistern. Alle drei sind super nett und der Tangokurs mit ihnen war extrem lustig. Gleich danach bin ich mit meinem Gastbruder ins Theater gegangen, wo eine Artistengruppe auftrat, die die verrücktesten Kunststücke mit Kleidung veranstalten. Das war wirklich eine beeindruckende Show! 
Jetzt freu ich mich schon sehr aufs Wochenende, denn für die Argentinier ist es Standart, an den Wochenenden bis 7 Uhr morgens zu feiern und dank der Offenheit der Jugendlichen hier habe ich schon mehrere „Angebote“. Ich bin sehr gespannt! 
Übrigens ist es hier schon ziemlich frühlingshaft. Um die 15°C und Sonne, also fast so wie in Deutschland. Im Sommer wird er hier allerdings extrem heiß: t.w. über 40°C!!!

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